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04.08.16 Mehr als 100 Tierbeobachtungen im Kruger Park mit großem Finale: Einem blutigen Nilpferdk

Auch heute klingelt der Wecker um 5.30 Uhr. Wir wollen spätestens um 7 Uhr im Kruger Park sein. Der Weg zum Phabeni Tor dauert ungefähr 45 Minuten inkl. tanken. Dann müssen wir noch einchecken und unser Auto wird auf Waffen durchsucht. Mit der aufgegangenen Sonne haben wir alle Formalitäten hinter uns und fahren ein in den Park. Nicole hatte uns ja gesagt, dass wir "mit unserer Erfahrung", die wir nun durch die Drives mit Steve gewonnen hätten, gut selber Tiere im Gebüsch entdecken werden, aber bei direkten Encounters uns auch entsprechend zu verhalten wüßten. Und genau so verläuft der Tag. Natürlich können wir nur auf den offiziellen Asphalt- und Sandstraße bleiben, doch nach knapp 10 Minuten stehen wir bereits neben einer riesigen Büffelherde, keine 5 m entfernt. Anschließend sehen wir zwei Zebras, die hinter uns über die Straße laufen. Am ersten Wasserloch liegen einige Nilpferde. Über den Tag zählen wir mehr als 200 Impalas. Aber auch einige Kudus und Buschböcke. Dann kleine Affen, einzelne Giraffen, aber auch ganze Herden. Und das alles im Abstand von maximal 50 Metern. Ebenso mehr als 30 Elefanten, auch hier kleinere und größere Herden. Was für ein herrlicher Morgen.Wir kommen nach knapp 50 Kilometern um 9.30 Uhr in Skukuza, einem der Hauptcamps, an und können die Anzahl der Tiere schon nicht mehr benennen. Hier frühstücken wir mit Blick auf den Sabie River und auf ein Nilpferd, das am Ufer grast. Die Sonne brennt vom afrikanischen Himmel und wir sind begeistert.Zurück wollen wir über das Pretoriuskop Camp und das Numbi Gate wieder zum Phabeni Gate fahren. Weitere 70 km. Die Anzahl der Tiere, die wir sehen, ist allerdings deutlich geringer: Unzählige Antilopen, aber sonst bekommen wir nichts zu Gesicht, bis wir schließlich zu einer Wasserstelle fahren und beinahe auf dem Weg zum Ufer in eine Herde Elefanten hinein. Zu 7 stehen sie an den Bäumen und fressen und fressen. Wir stehen mit dem Auto nur maximal 5 m von einer riesigen Elefantendame entfernt, die sich beim Fressen zunächst nicht aus der Ruhe bringen lässt. Bis ihr Elefanten-Baby neugierig unter ihr durchlugt und wir mit der Kamera darauf fokussieren. Da dreht die Mutter plötzlich den Kopf mit den langen Zähnen zu uns und kommt gaaaanz laaangsam in unsere Richtung. Aus den 5 werden schnell 3 Meter Abstand und mein Herz schlägt bis zum Halse als ich Bernhard zuflüstere "tu etwas". Wohl wissend, dass wir das Auto eigentlich nicht anlassen sollten. Aber er tut. Und zwar tritt er die Kupplung und wir rollen ohne Motor langsam davon zum Wasserloch hinunter. Puh!Mein Herz rast zwar noch, längst bietet sich uns allerdings ein weiteres Schauspiel: 4 Nilpferde steigen behäbig aus dem Wasser. Eins mächtiger als das andere. Erst jetzt wird mir ihre Größe wirklich klar. Während wir noch staunen, gesellen sich zwei Warzenschweine mit riesigen Hauern dazu. Und schließlich sitzt ein Seeschreiadler hoch im Baum am Ufer gegenüber und schreit weit ins Land. Seine Rufe werden von einem anderen Adler erwidert, den wir aber nicht sehen können.Auch diese Szene lassen wir hinter uns und sehen auf der Sandpiste zwischen den beiden Gates dann keine Tiere mehr, wo wir doch gerade dort mit neuen Eindrücke gerechnet hatten. Obwohl es schon wieder 17 Uhr ist und der Tag schon sehr lang war, entscheiden wir uns, noch einen Abstecher zu einer Wasserstelle zu machen und werden belohnt: Einige Nilpferde sind zu sehen, die langsam ins Wasser gehen. Auch ein Elefant erscheint am gegenüber liegenden Ufer und trinkt. 5 Kudus u.a. 2 sehr junge Tiere nähern sich von rechts. Das erste Tier scheint die Umgebung zu sichern......und plötzlich springen alle davon - ohne einen Schluck Wasser. Und während wir uns fragen, was sie vertrieben hat, laufen im Abstand von vielleicht 25 m - direkt vor uns - 2 Nilpferde in einem unfassbaren Tempo hinter einander her. Das eine treibt das andere in die Fluten. Und am Ufer schlagen die Wellen hoch, als beide Giganten ins Wasser eintauchen. Etwa 3 Minuten später steigt eins der Tiere wieder an Land. Und dreht sich um. Popo und Schwanz zu uns gewandt und Maul in Richtung Wasser. Als dort das zweite Tier erscheint, spritzt das erste ein Sekret oder die eigene Kacke um sich und verteilt sie wie bei einem Wassersprenger mit dem Schwanz. Und dann wirft es sich dem zweiten Tier entgegen, dass zu 80% dem Wasser entstiegen ist. Beide Tiere geben laute Grunzgeräusche von sich, reißen die Mäuler auf und stürzen sich aufeinander! Maul gegen Maul. Und drücken mit den 2.000 bis 3.000 kg Körpergewicht gegen einander. Immer wieder rutschen sie mit den Mäulern ab und verletzen sich dabei mit ihren riesigen Zähnen. 20 Minuten dauert das Schauspiel im Sonnenuntergang. Mal sind die Tiere tiefer im Wasser, mal ist das eine mit dem Rücken zum Land, mal das andere. Die Mäuler sind blutig. Und bei aller Faszination ist der Anblick auch schrecklich brutal. Schließlich tauchen beide in den Fluten ab. Und nur eins taucht am Ufer wieder auf und geht davon. War das der Verlierer? Bernhard vermutet, dass es um eine Nilpferd-Dame ging und später hören wir, dass die Nilpferdpopulation im Kruger in den letzten Jahren von 3.000 auf 7.000 Tiere gewachsen ist, da es seit Mitte der 90er Jahre keine großen Trockenphasen mehr gegeben hat. In diesem Jahr ist es allerdings so trocken, dass bereits viele dieser Dickhäuter verendet sind, die tagsüber zur Kühlung im Wasser liegen müssen und in der Nacht fressen. Da die Wege zum Gras nachts aber immer weiter werden, verenden viele Tiere auf dem Rückweg. Vielleicht ging es um das Revier.Was nun genau auf den Gewinner des Kampfes wartet, wissen wir nicht, fahren aber tief beeindruckt kurz vor Einbruch der Dunkelheit und Toresschluss aus dem Park. Hier stehen Securities mit Schäferhunden und durchsuchen alle Fahrzeuge nach Jagdtrophäen. Unsere Eindrücke und Fotos dürfen wir mitnehmen und fahren im afrikanischen Abendverkehr zur Chestnut Lodge zurück.

Tina am 4.8.16 23:57

Letzte Einträge: alle zwei Jahre.....2016: South Africa!!!!, 20.7.16 Kap der guten Hoffnung - zweiter Versuch bei 11 Grad und 90 Grad Regen, 06.08.16 Johannesburg, Joburg, Jozi, Jo'anna und Soweto und dann über Amsterdam nach Hause

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