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03.08.16 Von Balule durch die Drakensberge am Blyde River Canyon entlang nach Hazyview

Heute ist Wahltag in Südafrika. Es ist public holiday und Steve ist selber wählen gefahren, so dass der morgendliche Game Drive von Shanane, einer junge Weißen übernommen wird, die gerade ihre Ranger Ausbildung macht. Natürlich ist Herbert als Tracker dabei und übernimmt heute im Grunde die komplette Verantwortung - wenn auch ganz leise und mit Handzeichen und nur indirekt, da er nicht am Steuer sitzt. Erst heute wird uns durch die Vertretung so richtig deutlich, WIE gut Steve ist. Denn er fährt viel schneller und sicherer und schafft daher weit mehr Kilometer und potenzielle Encounter. Und wenn er dann ein Tier entdeckt hat, bleibt er dran, folgt mit dem Auto in jedes Gebüsch und scheint immer ein Gefühl zu haben, was der nächste Schritt des Tieres ist, den er mit dem Wagen vorweg nimmt.Heute morgen mit Shanane sehen wir ca. 1,5 Stunden gar keine Tiere, was natürlich auch mit Steve hätte passiere können. Dann erfahren wir über Funk von einem black rhino. Herbert führt uns hin und lässt Shanane dort ins Gebüsch fahren. Sie ist nicht so sicher, dass das eine gute Idee ist, lässt sich aber darauf ein und plötzlich kommt dieses kolossartige Spitzmaulnashorn aus dem Gebüsch und stellt sich mit seinem Horn direkt vor uns, keine 5 Meter entfernt. Herbert nimmt sogar die Füße auf die Motorhaube, denn diese Nashörner sind bekannt für ihre Angriffslustigkeit, wie wir später erfahren. Mein Herz schlägt bis zum Halse und ich bin nicht in der Lage ein Foto zu machen.Doch schließlich wendet sich das Tier ab und schlendert fressend davon. Wir setzen nicht nicht direkt nach. Vielmehr scheint Shanane selber tief durchzuatmen.... erst als das Nashorn auf der anderen Seite am Berg erscheint und damit für uns nicht mehr erreichbar (was Steve so nicht passiert wäre), lässt sie den Motor wieder an. Sie schafft es allerdings nicht, den Range Rover aus dem Gebüsch am Berghang rauszufahren. Nach 3-maligen Abwürgen klettert sie aus dem Auto und Herbert übernimmt, schaltet den Allrad dazu und fährt uns raus. Das tut mir für sie fast schon ein bisschen leid, sie nimmt es jedoch mit Humor. Und steuert weiter mit etwas höherem Tempo. Leider übersieht sie dabei in einer sehr steilen gekippten Kurve die Ausmaße des Range Rovers mit Herberts Ausguck vorne und fährt in ziemlichem Tempo mit der Fußraste des Ausgucks vor einen Baum. Herbert kann zum Glück gerade noch die Füße hoch ziehen und sich zur Seite drehen und das Stück Ast, das durch den Aufprall nach unten fällt, trifft Bernhard, der heute den Beifahrer macht, nicht am Kopf, sondern landet auf dem Schoß. Ein ganz schöner Schreck, vor allem für Herbert, der aber cool bleibt. Auch diesen Zwischenfall scheint Shanane locker zu nehmen. Was wohl Steve dazu sagen wird, wenn er die vollkommen verbogene Fußraste sieht?Anschließend bringen uns Shanane und Herbert mit Hilfe des Funks zu 5 Teenager Löwe . Wir können es kaum glauben, als wir in einem trockenen Flussbett einen zählen und noch einen und noch einen und.....ja, es sind 5. Wir verfolgen ihren Weg und finden sie schließlich hinter einem Busch alle 5 zusammen an einer Baby-Giraffe kauend. Welch ein Anblick. Herbert winkt Shanane ganz ganz nah ran und wir bestaunen die Szene.Dann geht es zur Lodge und natürlich steht das Frühstück auf der überdachten Terrasse in der Sonne bereit. Nicole trägt einen schwarzen Edding-Strich auf dem Daumennagel - das Zeichen, dass die gewählt hat und nicht noch einmal ran darf. Sie weiß auch, dass das schwarze Dorf einer der Angestellten komplett DA gewählt hat und nun hofft, keine Repressalien durch den ANC erleiden zu müssen. Die Hoffnung ist groß, dass sich im Land etwas ändert. Das Wahllokal sei bereits um 6 Uhr sehr voll gewesen, die Endergebnisse erwartet man nicht vor Freitag oder Samstag. Steve ist auch schwarz gemarkert und findet noch Zeit uns zu erläutern, dass die 5 Jung-Löwen von 2 Müttern stammen, die Schwestern sind und die Kleinen zusammen groß ziehen. Sie werden in der Nähe gewesen sein...Genau das ist es, was die Fahrten mit ihm so besonders gemacht haben. Es war spannend und lehrreich, interessant und kurzweilig. Eine tolle Erfahrung. So auch mit Nicole, die die perfekte Gastgeberin ist. So will sie natürlich wissen, wohin wir heute fahren und plant mal kurz die Route so um, dass wir am nächsten Tag auch noch einmal auf eigene Faust in den Kruger Park fahren können. Denn die Panorama Route, die eigentlich für den morgigen Tag gedacht war, können wir doch heute bereits auf dem Weg mitmachen, meint sie. Super Idee! Vor lauter Begeisterung und Verabschiedung (natürlich werden alle Gäste persönlich von den beiden Gastgebern zum Auto gebracht und umarmt) habe ich einen ganzen Teil meiner Kleidung im Schrank einfach vergessen. Aber Jeanette, die bereits das Zimmer macht, gibt Bescheid und so kommen wir vom Parkplatz noch einmal zurück...... Bernhard lacht sich kaputt und bittet darum, diese Situation auf jeden Fall im Block zu erwähnen. Here we are!Wir fahren winkend davon und freuen uns über eine wunderbare Zeit, die wir in Toro Yaka verbringen konnten und über die sich sogar Bernhard zu der Aussage hinreißen lässt, hierhin könne man nochmal wieder kommen! Und natürlich zur Walesong Lodge! Hört, hört!Wie von Nicole vorgeschlagen, fahren wir nun nördlich des Blyde River Canyons in die Drakensberge und dort gen Süden. Wir schrauben uns auf den Abel Erasmus Pass auf 1.850 m und werden unterwegs Zeuge eines LKW Unfalls. Bereits unterwegs waren über mehrere Kilometer Zementsäcke vom Anhänger gefallen und aufgeplatzt. Die Straße ist voller Zement und viele viele Menschen eilen aus allen umliegenden Dörfern mit Eimern und Besen herbei und schippen den Zement von der Straße. Vielen tragen bereits eine Schicht auf der Haut, den Haaren, der Kleidung. Aber fast alle lachen und scheinen Spaß zu haben und sich über den unverhofften Baustoff zu freuen.Schließlich biegen wir ab Richtung Osten und fahren damit auf die Panorama Route, die R 532, auf den Blyde River Canyon (übersetzt "Freude-Fluß") zu. Er ist einer der größten Schluchten der Welt, 25 km lang und stellenweise 700 m tief. Unser erster Lookout sind die "Three Rondavels", eine Formation beeindruckender Bergkegel, 700 m hoch, die wie die traditionellen südafrikanischen Rundhütten mit Kegeldächern aussehen. Dahinter liegt der höchste Berg der Mpumalanga Drakensberge, der Mariepskop. Das Bild wird abgerundet durch den Blydepoort Damm, der zu unseren Füßen liegt. Wahnsinn und an diesen Tag nicht mehr zu toppen!So z.B. nicht durch die Bourke's Luck Potholes, eindrucksvolle Wassererosionen in einem Flussbett, das zusätzlich durch ein paar kleine Wasserfälle geprägt ist. Hier sind außerdem zum ersten Mal "viele Touristen" (ca. 50). Die Löcher in der Tiefe unter uns am Fluß sind imposant, da alles aber durch Holzstege für Touristen verbunden wurde, ist der Charme des Ursprünglichen etwas abhanden gekommen....Unser dritter Lookout ist der "Wonder View". Hier sind wir ganz alleine und fahren fast an der Einfahrt vorbei. Auf mehr als 1.700 m stehen wir dann aber schließlich und haben einen Blick in das weite weite Land. Herrlich.Anschließend geht es im Abendlicht vorbei an unendlich großen Rodungen. Für den Goldabbau im späten 19. Jahrhundert wurde der heimische Wald abgeholzt, um den Holzbedarf in den Stollen zu decken. In dieser Zeit entstand der erwerbsmäßige Holzanbau und heute ist die südafrikanische Waldindustrie eine der größten der Welt.Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Hazyview. Hier sind wir auf unseren Weg nach Balule schon einmal durchgefahren. Heute haben wir in Kierpersol, 12 km von hier, unser Hotel, die Chestnut Country Lodge. Die letzten 3 km führt eine unbefestigte Sandstraße den steilen Berg hoch, vorbei an Macadamia-Nuß-Plantagen auf der einen und Bananen-Plantagen auf der anderen Seite. Die Strecke zieht sich und als wir schließlich in dem etwas in die Jahre gekommenen Haus einchecken, fragen wir uns, was sich die Agentur bei der Auswahl wohl gedacht hat....Aber vielleicht ist der Unterschied zu den traumhaften Tagen in Toro Yaka einfach zu groß. Der Preis ist dafür sicher auch eine Erklärung. Nett sind die Damen, die die Lodge hier führen, auch. Allerdings riecht das Zimmer modrig und alles ist verriegelt und verrammelt. Auch unsere Balkontür hat ein Gitter, obwohl die komplette Anlage hinter hohen Mauern und Stacheldraht liegt. Prompt träume ich nachts ein Einbruch-Szenario.....Mit Unterstützung der Damen arrangieren wir daher direkt den nächsten Tag, den wir auf keinen Fall hier verbringen werden. Wir wollen um 6 Uhr los fahren und den Tag im Krüger Park verbringen und bekommen direkt ein Picknick eingepackt, was uns mit dem doch eher europäischen Abendessen versöhnt. Ein paar "Castle Lager" bringen zusätzlich etwas Entspannung in unseren Abend.

Tina am 3.8.16 23:52

Letzte Einträge: alle zwei Jahre.....2016: South Africa!!!!, 20.7.16 Kap der guten Hoffnung - zweiter Versuch bei 11 Grad und 90 Grad Regen, 06.08.16 Johannesburg, Joburg, Jozi, Jo'anna und Soweto und dann über Amsterdam nach Hause

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(6.8.16 00:15)
was für ein Tag wiedermal für Euch !! toll ! gibt es eigentlich noch " black label " ? das Bier ohne Reinheitsgebot ? Meine Güte hatte ich damals Kopfschmerzen ;-)

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