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31.07.16 Vom Kruger Park in den Balule Park zum ersten Game Drive mit Löwe, Elefanten und Giraffe

Heute stehen wieder 250 km auf dem Programm, um vom Kruger Park in das angrenzende Balule Private Reserve im Westen des Kruger Parks zu gelangen. Dieses Reserve und die Lodge hatte ich selber ausgewählt und bei der Travel Agency um Buchung gebeten. Warum wir dann aber die Nacht vorher ins La Kruger gebucht wurden, will mir heute noch weniger einleuchten als gestern, denn wir fahren exakt die knapp 100 km zurück, die wir gestern gekommen sind. Sehr viel Fahrerei, um eine Nacht in einer bestimmten Lodge zu verbringen....na, ja: Wir starten wieder früh um 8 Uhr, da wir zur Mittagszeit bereits in Balule sein sollen.Wieder am Flughafen vorbei geht es also 150 km in die andere Richtung über Whiterivier nach Hoedspruit. Wir kommen durch viele kleine Orte, in denen ausschließlich Schwarze auf der Straße zu sehen sind. Und heute haben sich alle sehr sehr schick gemacht. Denn es ist Sonntag und viele gehen wohl in die Kirche. Wie immer werden die Seitenstreifen der Bundesstraße als Fahrbahn genutzt, um überholende Fahrzeuge rechts vorbei zu lassen. Doch heute sind sehr viele Fußgänger ebenfalls dort unterwegs. Allerdings alle sind wie immer sehr relaxed und es passiert niemandem etwas. Erst als wir die letzten ca. 40 Kilometer am Westzaun der private reserves, die im Osten in den Kruger Park übergehen, entlang fahren, entdecken wir sehr viele Kreuze, die scheinbar jeweils für einen Toten am Straßenrand stehen. Fast gleichzeitig sehen wir riesige Wildschweine am Straßenrand grasen oder laufen und zwar direkt an der Straße und nicht etwa hinter dem Zaun. Teilweise haben sie imposante Hauer und sehen nicht aus, als sei mit ihnen zu spaßen. Ob die Kreuze in irgendeinem Zusammenhang stehen? Während wir darüber nachgrübeln sehen wir unsere erste Giraffe - diesmal aber hinter dem Zaun. Sie läßt sich zunächst in aller Ruhe fotografieren, tritt aber die Flucht an, als Bernhard das Auto verlässt. Für uns in einem unerwartet schnellen Galopp quer durch die Büsche. Also fahren wir auch die letzten Kilometer zum Balule West Gate weiter, das wir als Einfahrt in den Park nutzen.Von hier aus geht es nun noch einige Kilometer über eine Sandpiste, die unserem Auto nicht besonders gut liegt. Aber heute haben wir uns bereits daran gewöhnt und die Fahrt fühlt sich an, wie ein erster Game Drive. Aussteigen ist unterwegs nicht erlaubt, aber auch nicht nötig, denn schon taucht keine 10 Meter von uns entfernt die nächste Giraffe auf. Ohne Zaun! Wir sind begeistert und und ganz konzentriert auf die nächsten "encounters", wie solche Tierbegegnungen heißen. Wir fahren weiter. Überall liegen riesige, ziemlich frisch aussehende "Kackehaufen" auf unserem Weg sowie links und rechts davon. Welche Tiere haben die hinterlassen? Und wo sind die jetzt?Diese Frage treibt uns immer noch um, als wir gegen 14 Uhr in der Toro Yaka Lodge ankommen. Wir werden bereits von Nicole und einigen schwarzen Ladies erwartet. Das Gate hat unsere Ankunft angekündigt. Wir stellen uns alle gegenseitig vor und werden dann in die wundervollen Räumlichkeiten des Haupthauses mit offenem Kamin und anschließend in unser Zimmer eingewiesen. Es ist eins von 6 Zimmern, die in der Nähe eines kleinen Pools liegen. Unseres ist das Elefantenzimmer. Es hat ein offenes Bad, eine abgeschlossene Toilette, eine zusätzliche Außendusche mit Fenstern ins "wildlife" und eine eigene Terrasse mit Blick auf ein kleines Wasserloch. Auch der Blick aus dem durch Moskitonetze verhangenen Himmelbett geht auf dieses Wasserloch hinaus. Die Einrichtung ist einfach und super geschmackvoll und wir fühlen uns vom ersten Moment sehr wohl. Dazu trägt auch die offene und gastfreundliche Atmosphäre bei, die u.a. dadurch unterstützt wird, dass die Gäste kurz einander vorgestellt werden: Julie und Jennifer, die Schwestern aus California und Walter, Lourdes und Maria aus Madrid (wobei er aus Mannheim kommt und Maria, die Tochter, zweisprachig aufgewachsen ist), sind neben uns die anderen Gäste. Insgesamt gibt es 6 Zimmer und 12 Betten. Nicht mehr. Auch Andrew aus UK stellt sich uns vor. Er ist Student der Zoologie und für 6 Monate als Freiwilliger hier für ein Praktikum. Wir unterschreiben noch, dass wir uns nicht außerhalb des Geländes der Lodge aufhalten werden und nachts auch nicht auf dem Gelände, denn einen Zaun gibt es nicht. Und es gab bereits Gäste, die einen Löwen aus dem Badezimmer-Fenster gesehen haben. Ok, wir werden drin bleiben und höchstens nachts auf unserer Terrasse sitzen. Aber das sei save!Beim Lunch bekommen wir eine erste Idee von den Kochkünsten Nicole's: delicious! Wir haben hier in der Wildnis Vollpension und sollen uns nicht bewegen. Ja, die Hose kneift bereits!Nach dem Lunch bleibt gerade noch Zeit zu checken, ob der Akku der Kamera auch wirklich geladen ist, denn um 15.30 Uhr werden wir mit Steve und Herbert bekannt gemacht. Steve ist zusammen mit Nicole seit 10 Jahren der Eigentümer von Toro Yaka und unser Wildführer, der den offenen Geländewagen fährt. Herbert wird vorne auf auf einem speziellen Sitz über der Stoßstange Platz nehmen und als Tracker nach Fährten Ausschau halten. Wir sollen auf keinen Fall unterwegs aufstehen und nicht aussteigen und darauf achten, dass wir keine Äste oder Dornen ins Gesicht oder an den Kopf bekommen. Alles klar?!Wir fahren mit gutem Tempo über die Sandwege und halten zunächst mit Blick auf ein paar Impalas, die hier am häufigsten vorkommenden Antilopenart, die als Nahrung für viele andere Tiere dient und deren Lebenserwartung daher bei nur 4 Jahren liegt.Keine 5 Minuten später sehen wir unsere ersten Kudus. Diese Antilopen haben ein Rückenmaß von 1,60 m und eine wahnsinnige Sprungkraft, die wir auch gleich bewundern können, als die 3 Tiere über alle Büsche vor uns davon springen. Steve erklärt, dass die Antilopenherden hier in den Parks meist maximal 10 Tiere groß sind, da es hier keine Savannen gibt, wie in der Serengeti, sondern überall Büsche und Bäume stehen und es somit nicht so viel Platz für große Herden gibt. Wir bekommen auf eine angenehme Art sehr viel Wissen über die Tiere und die Situation hier vermittelt und sind begeistert. Natürlich noch mehr als uns Steve als nächstes zu einem mächtigen männlichen Löwen fährt. Unglaublich. Und auch hier kein alltägliches Erlebnis. Aber den Löwen hatten Steve und die anderen Ranger bereits am Morgen entdeckt. Er hat einen Baby-Büffel gerissen, dessen Reste wie auch noch sehen, und wird nun so lange bleiben, bis er alles aufgefressen hat. Zur Zeit liegt er erschöpft vom Fressen im Staub und wirft uns und dem anderen Geländewagen, der hinzu kommt, nur gelangweilte Blicke zu. Wir sind wirklich überwältigt. Ein toller Moment! Der uns auch zeigt, wie sehr die Tiere an die doch sehr lauten und großen Autos gewöhnt sind. Steve erläutert uns, dass die Tiere die Erfahrung gemacht haben, dass die Wagen ihnen bisher nichts getan oder ihnen etwas weggenommen hätten. Würde einer von uns aussteigen, würde uns der Löwe sofort reißen oder - wenn wir weiter weg wären - aus Angst davon laufen. Wir steigen also nicht aus, sondern bewundern dieses große Tier, dass zwischenzeitlich aufsteht, um den Ort etwas zu wechseln, und dabei seinen durchtrainierten Körper zur Schau stellt. Wir sind beeindruckt. Nach 30 Minuten fahren wir trotzdem weiter. Es geht eine ganze Zeit durch den Busch über Stock und Stein. Bis Steve kurz anhält, aussteigt und mit den Händen einen Haufen der riesigen "Kacke" auseinander schiebt, um die Temperatur zu prüfen. Noch warm. Die Verursacher sind Elefanten, erklärt uns Steve, und die können noch nicht weit sein. Genau. 5 Minuten später stehen wir neben 3 jungen Elefanten-Bullen. Alle sind mit Fressen beschäftigt und lassen sich nicht von uns stören. Schließlich verdauen sie spätestens alle 45 Minuten und wie wir sehen konnten, ist ihre Kacke nicht sehr zersetzt. Sie müssen also ständig für Nachschub sorgen, ca. 18 Stunden am Tag. Zwischendurch schlafen sie zwei- oder dreimal für 20 Minuten. Nicht mehr. Für uns am spannendsten ist zu sehen, wie sie mit dem Kopf ganze Bäume nieder stoßen, dann mit dem Rüssel geschickt erst alles, was ein bisschen frisch zwischen den Wurzeln ist, heraus reißen und fressen (denn schließlich ist gerade Winter und alles ist trocken und ohne Blätter) und schließlich alle trockenen Äste und Zweige. Es knackt und kracht ganz schön!Voller Eindrücke geht es danach weiter zum Sundowner. Wir stehen etwas erhöht, dürfen den Wagen verlassen und bekommen von Herbert den Drink serviert, den wir vorher bestellen dürften: A Castle for Bernhard and myself, please.Dekadent? Eigentlich schon. Wir genießen es "trotzdem".Und steigen für eine weitere Stunde auf den Wagen. Kurz bevor es dunkel wird, kommen wir an zwei Giraffen vorbei, die uns erneut mit ihrem Galopp begeistern. Dann ist es komplett dunkel. Herbert hat einen Scheinwerfer in der Hand und leuchtet damit die Umgebung ab. Steve ist mit dem gleichen Tempo wie bei Tageslicht unterwegs und wir ducken uns so gut es geht unter den Ästen hinweg.Noch einmal geht es zum Löwen, der anders als heute Nachmittag, ziemlich aktiv ist: Er knackt ein Stück nach dem anderen vom kleinen Büffel ab und frisst ihn, erklärt Steve, mit Fell, Hörnern, Zähnen, Hufen. Das Fell rund um sein Maul ist ganz blutig und immer wieder steht er auf, um sich den Büffel anders - mundgerecht - zurecht zu legen. Wir beobachten ihn keine 10 Meter von uns entfernt eine weitere halbe Stunde im Scheinwerferlicht, das ihn scheinbar so gar nicht irritiert. Was für ein Erlebnis.Begeistert kommen wir zurück zur Lodge, wo wir erneut von Nicole und den anderen empfangen werden. Sie informiert uns, dass es in 20 Minuten Abendessen gibt. Also nur kurz frisch machen und anschließend sitzen wir mit der gesamten Gruppe an einer langen Tafel, die stilvoll eingedeckt ist. Das Essen ist vorzüglich und Steve erzählt noch ein paar seiner Erlebnisse als Ranger. Er ist mit mehr als 20 Jahren Erfahrung gesegnet und es macht Spaß, ihm zuzuhören.Auch darüber, dass hier in Balule keine Malaria Gefahr herrsche, da es keine angesteckten Menschen gebe, von denen die Mücken die Krankheit empfangen können, um sie dann weiter zu geben, berichtet er. Denn er wisse, dass die Malaria-Medikamente oft durch starke Nebenwirkungen die Gäste beeinflusse......Bernhard geht es seit zwei Tagen nicht so gut, Magenschmerzen und Gliederschmerzen.....vielleicht sollte er doch das Malarone absetzen? Wir haben noch keine einzige Mücke gesehen.....auch hier ist Winter!

Tina am 31.8.16 23:22

Letzte Einträge: alle zwei Jahre.....2016: South Africa!!!!, 20.7.16 Kap der guten Hoffnung - zweiter Versuch bei 11 Grad und 90 Grad Regen, 06.08.16 Johannesburg, Joburg, Jozi, Jo'anna und Soweto und dann über Amsterdam nach Hause

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(1.8.16 22:02)
ahhhh auf keinen Fall absetzten ! Auch in der Trockenzeit. Es ranken sich viele viele Myhten um Malaria und ihre Prophylaxe …. go for the big five ! und keinen Shongololo überfahren bitte . Und immer noch abends einen Dom Pedro trinken ;-)
vielleicht , liebes Tienschen planen wir ja mal ein Sabbatical gemeinsam und machen eine Rangerausbildung , dann wissen wir ob "die Scheiße " von rechts nach links gelaufen ist oder männlich oder weiblich war ! Ein unerfüllter Traum von mir ! habt ganz viel Spaß , the lion sleeps tonight :-)


(2.8.16 12:00)
Liebster Steff, the lions were awake and we spotted three of them feeding a young buffalo!
Ja, das mit der Ranger Ausbildung machen wir! Und vorher üben wir, schnell zu laufen, denn heute sind wir die letzten 500 m zu Fuß zum Fluß gegangen, wo ca 15 Hippos im Wasser in der Sonne dösten. Sah sehr friedlich aus, aber Steve war mit Gewehr in voller Alarmbereitschaft und hat uns erklärt, dass die meisten Tode durch wilde Tiere durch Hippos verursacht werden....also: erst schnell laufen üben, dann schießen und dann "in der Kacke lesen"! Ik freu mir drauf!
Dat Tienchen

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