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30.7.16. Flug von Kapstadt nach Nelspruit und von dort in den Kruger Park: Jetzt wirklich Afrika!

Bereits um 6 Uhr fahren wir heute zum Flughafen nach Kapstadt. Es ist noch dunkel und die Fahrt daher eher anstrengend, denn natürlich gibt es keine Straßenbeleuchtung und unser Weg geht durch ländliche Gebiete und immer wieder gehen Schwarze am Straßenrand zu Fuß, die immer erst in der letzten Minute aus dem Auto zu erkennen sind. Ganz schön gefährlich! Auch auf der Autobahn, die wir für die letzten 20 Minuten nehmen, sind viele Fußgänger unterwegs. Das scheint erlaubt und natürlich der schnellste Weg. Dass auch das Kreuzen der Autobahn erlaubt ist, kann ich mir nicht vorstellen. Wir erleben es im Dunklen trotzdem und sind froh, das Auto heil am Flughafen abzugeben und beim Sonnenaufgang einzuchecken.Hier gehen unsere ersten zwei Wochen Südafrika zu Ende. Voller Widersprüche für uns: Mit dem Gefühl der Begeisterung, all die Tiere und Landschaften und historischen Städte gesehen zu haben, aber auch mit der Gewissheit, dieselbe Begeisterung für das immer noch begrenzte Miteinander von Schwarz und Weiß mehr als 10 Jahre nach Ende der Apartheid leider nicht erleben zu können. Für uns sind die Gegensätze noch immer zu groß!Vom kleinen 50 Plätze Flugzeug aus sehen wir noch einmal den Tafelberg, den Lion's Head, die false bay, überfliegen Franschhoek und sehen unterwegs ein ganzes schneebedecktes Bergmassiv neben den braunen Steppen liegen.In Nelspruit gelandet, nehmen wir bereits um 13 Uhr bei nun bestimmt 23 Grad Celsius einen kleinen Honda entgegen. Schin beim Heraustreten aus dem Flughafen fühlt es sich an, als wären wir nun wirklich in Afrika. Die Sonne brennt gerade zu und die Luft ist staubig. An der Straße entlang stehen Hütten. Weit auseinander, aber noch stärker aus Materialien zusammen gebaut, die wohl irgendwo zu finden waren. Viehherden mit sehr knochigen hellgrauen Rindern werden neben der Straße mit Stöcken her getrieben. Die Treiber laufen barfuß. In einem der drei größeren Orte, die auf unserem Weg liegen, halten wir bei einem SUPERSPAR. Er führt das gleiche Zeichen als Logo wie in Deutschland, ist aber mit der Bezeichnung SUPER dann immer so groß wie in Köln ein HIT oder REWE. Auch der Parkplatz ist riesig und alles ist voller Menschen. Diesmal ausschließlich Schwarze. Wir fühlen uns zum ersten Mal so richtig fremd. Und bekommen nun Afrika live. Hier werden wir nicht als Touries bedient, sondern müssen uns wie alle anderen den Weg mit dem Einkaufswagen hart erkämpfen an diesem Samstagnachmittag, an dem scheinbar Einkaufszeit ist. Die meisten tragen ein "afrikanisches Gesicht" zu Schau: möglichst gelangweilt und möglichst abweisend. Es fühlt sich nicht an, als sei man hier willkommen, egal ob schwarz oder weiß. Erst als ich die Menschen aktiv anlächele, verändert sich manchmal etwas in ihren Gesichtern. An den Kassen bilden sich irre lange Schlangen, denn die Kassiererinnen scheinen sehr sehr viel Zeit zu haben....und alle anderen auch. Nur wir Urlauber aus Deutschland zumindest gefühlt nicht! 😳 Auf der Weiterfahrt stellen wir fest, dass die Travel Agency - als sie uns mitteilte, dass wir hier nur einen Kleinwagen bekommen können - vielleicht hätte erwähnen sollen, dass dieser für die Parks nicht so geeignet erscheint. Wir fahren nach ca. 80 Km am Marloth Gate in den Kruger Park und können dort mit maximal 10 Km/h über die staubige rote unbefestigte Straße mit den tiefen Schlaglöchern fahren. Für die angekündigten 3,5 km benötigen wir also gute 20 Minuten und haben bereits jetzt das Gefühl, dass die Fahrt dem Wagen nicht besonders gut tut....Die nächsten 7 km im Park sind seltsamer Weise wieder asphaltiert. Nur die letzten 1,5 km sind voller tiefer ausgewaschener Löcher, die wir im Regen nicht meistern könnten. Aber geregnet hat es sei Monate nicht, erfahren wir auf der La Kruger Lifestyle Lodge, auf der wir eine Nacht verbringen werden. Wir wohnen in einem strohgedeckten Charlet in einer durch Holzstege verbundenen Anlage, in der ein kleiner Pool mit einem kleinen Wasserlauf vor sich hinplätschert. Alles sehr gediegen und wirklich schön. Das nächste Haus liegt mindestens einen Kilometer entfernt. Zwei Antilopenfamilien wohnen hier im Busch. Außerdem drei kleine Äffchen, die zur Zeit aber immer wieder durch einen Waschbären vertrieben werden, werden wir von Teresia eingewiesen.Wir verbringen den Sonnenuntergang auf unserer Terrasse im Vogelgezwitscher und sind ganz schön kaputt durch die kurze Nacht in Franschhoek. So werd wir uns (leider) nicht zu einer Nachtsafari im Kruger Park anmelden, sondern bis morgen in unserem Private Reserve warten, wo wir uns schon angemeldet haben. Heute genießen wir die Stille und die paar Stunden Nichts-Tun. Und haben bei Anbruch der Dunkelheit das Glück, den einen Antilopen-Vater mit dem Kitz zu sehen, keine 5 Meter entfernt. Und über unser Dach kommen die kleinen Affen in einem rasanten Tempo gelaufen und springen vor uns in die Bäume. Es gibt viele Tiergeräusche, die ich überhaupt nicht zuordnen kann. Unter anderem eine Art Bellen. Kommt das wirklich von den Antilopen?Google meint "ja"!Dann sehen wir die ersten Sterne am afrikanischen Himmel über dieser noch vollkommenen Dunkelheit. Wie das sprichwörtliche Zelt, das sich bis an den Horizont zieht. Wunderschön. Afrika.

Tina am 30.7.16 23:56

Letzte Einträge: alle zwei Jahre.....2016: South Africa!!!!, 20.7.16 Kap der guten Hoffnung - zweiter Versuch bei 11 Grad und 90 Grad Regen, 06.08.16 Johannesburg, Joburg, Jozi, Jo'anna und Soweto und dann über Amsterdam nach Hause

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