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28.7.16 Von Knysna über Oudtshoorn, Montagu und Ashton zur Rosendal Winery in Robertson

Heute liegen 370 Kilometer vor uns in Richtung Kapstadt. Allerdings diesmal durch das Hinterland, die kleine Karoo. Anders als von der travel agency empfohlen, fahren wir nicht auf der großen N2 zurück, sondern entscheiden uns für die R62, die "Route 62", die man hier mit der Route 66 zwischen Chicago und LA vergleicht. Zusätzlich wollen wir über den Alfred's Pass, ca 75 km durch Urwald und durch die Berge, aber nach meiner Lektüre wunderschön. Wir suchen uns also den im Vergleich eher schlecht ausgeschilderten Weg, der durch das Township von Knysna führt, was uns etwas überrascht. Nach einigen Kilometern wird allerdings klar, was dahinter steckt. Der Weg zum Pass ist keine asphaltierte Straße, sondern ein ausgespühlter unbefestigter Weg. Leider mit unserem Nissan nicht zu machen, oder nur in 3-5 Stunden. Wir kehren also zu unserem Bedauern um und nehmen zunächst doch die N2 nach George und dann die N12 nach Oudshoorn, der Hochburg der Straußenzucht. Nach einem Kaffee-Stop kommen wir dort dann endlich auf die R62. Inzwischen ist der Himmel grau und es fängt an regnen. So ist die Strecke wahrscheinlich nur halb so imposant wie mit Sonnenschein, denn immer wieder schlängelt sich die Straße durch rötliche Bergmassive, dann wieder geht es durch unendliche Steppen. Eigentlich gibt es auf 260 km nur die eine Straße und doch verfranzen wir uns in Ladismith, einem kleinem Ort mitten im Nichts, wo gerade der Feierabend-Trubel auf der Hauptstraße des Ortes beginnt und wir wirklich nur noch Schwarze sehen. Je länger wir durch das Städtchen kurven, desto mehr wird klar, dass hier keine Straße weiter durchs Land geht und desto überraschter scheinen die Einwohner, uns zu sehen. Wir werden von jeder und jedem auf der Straße beäugt und fühlen uns genau so. Schließlich bemühen wir das Navi, stellen aber fest, dass keine GPS Daten zu bekommen sind. Wir drehen also um und sehen irgendwann die Abzweigung, die uns wieder auf unsere Route bringt. Irgendwie sind wir erleichtert. Weiter geht es nach Barrydale, einem angeblich netten Küstlerörtchen, dessen Look and Feel ebenfalls dem kalten und nassen Wetter und der anbrechenden Dunkelheit zum Opfer fällt. Im Café "zur blauen Kuh" (blue cow) erklärt uns die Besitzerin, dass dieser Regen wirklich unüblich sei. Ja, ja, nachdem es in Deutschland im Juni/Juli wochenlang geregnet hat, kennen wir den Ausdruck "zu kühl für diese Jahreszeit" nur zu gut. Dazu passt auch der Schnee, den wir auf den Bergen bei unserer Weiterfahrt im Abendlicht sehen. Also doch South Tyrol? Nein, Südafrika und zwar auf der Fahrt über die R62, auf der wir immer wieder durch kilometerlange Baustellen gestoppt werden, in denen es immer nur einspurig voran geht. Bis zu 5 StraßenarbeiterInnen stehen an der einen Seite und sind mit den KolegInnen der anderen Seite über Funk verbunden. Sie stoppen in der einen oder anderen Richtung die Fahrzeuge bzw. geben den Weg frei. Bei jedem Wind und Wetter. In den Bergen. Auch nachts. Sicherlich keine angenehme Arbeit. Aber eine Arbeit. Und Regenhosen und -jacken in Sicherheitsfarben werden wohl auch gestellt. Schließlich haben wir die letzte Sperrung zwischen Montagu und Ashton hinter uns gebracht, bei der zu sehen ist, wie eine neue Straße in den Berg gesprengt wird. Sehr imposant.Im allerletzten Tageslicht erreichen wir unsere Unterkunft, die Rosendal Winery im Bezirk von Robertson. Ein Haus im Kolonialstil mitten in den Weinbergen. Die Zimmer sind riesig und sehr geschmackvoll eingerichtet. Auch hier gibt es eine Badewanne im Zimmer umgeben von hellen Vorhängen. Es gibt Fußbodenheizung, elektrische Heizdecken, eine riesige Terrasse vor jedem Zimmer und zur Begrüßung ein Glas Wein!Wir sind die einzigen Übernachtungsgäste. Erst zum Wochenende, also ab morgen, sind alle 8 Zimmer ausgebucht. Zum Abendessen kommt noch ein Pärchen von außerhalb und geniest wie wir das delikate Essen. Als die beiden gegangen sind und die Kellnerin verschwunden scheint, wagen wir - alleine in dem Restaurant - ein Tänzchen zu ABBA und haben unseren Spaß. Was so ein paar Gläschen Wein ausmachen können. Schließlich ist die Kellnerin doch wieder da und erfreut sich an unserer Tanzeinlagen. Zeit für uns ins Bett zu gehen.

Tina am 28.7.16 23:40

Letzte Einträge: alle zwei Jahre.....2016: South Africa!!!!, 20.7.16 Kap der guten Hoffnung - zweiter Versuch bei 11 Grad und 90 Grad Regen, 06.08.16 Johannesburg, Joburg, Jozi, Jo'anna und Soweto und dann über Amsterdam nach Hause

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