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26.7.16 Knysna - Endlich Sonne an der Lagune und beim Elephant Walk

Schon beim morgendlichen Nordic Walk wird klar: Es ist heute etwas wärmer und die Temperatur wird hoffentlich die vorher gesagten 16 Grad knacken.Nach einem weiteren á la carte Frühstück machen wir uns um 10 Uhr bei strahlendem Sonnenschein wieder auf die 50 Kilometer nach Knysna. Dort checken wir im Overmeer Guesthouse ein, was zum Glück bereits um 11 Uhr möglich ist. Das Zimmer ist riesig und es gibt eine Aircon, die auch heizt! Außerdem einen großen Balkon mit Blick auf die Lagune. Leider nicht auf die imposanten Klippen von "the Heads", die das Wahrzeichen von Knysna sind. Dahin machen wir uns dann auf den Weg. Und erfreuen uns am Blick herab von den hohen Sandsteinfelsen auf die Bucht und dem schmalen und von tosenden Wellen umkämpften Durchgang zum Meer. Mitten drin entdecken wir plötzlich in der weißen Gischt den Kopf eines Seelöwen. Wie schön.Auf unserem Weg über die Klippen sehen wir weit weit draußen auch noch einen Wal in der Sonne. 1,5 Stunden pure Freude. Und so gestaltet sich auch der Rest des Tages. Wir fahren weiter Richtung Plettenberg Bay und stoppen ca. 10 kmvorher am Knysna Elephant Park. Hier werden Elefantenbabys aufgezogen, die ihre Mutter verloren haben und in der Wildnis alleine keine Chance hätten. Oder Elefanten, die ausgestoßen wurden aus ihren Herden oder auch Ex-Zirkuselephanten, die wieder in Herden integriert werden sollen in Reservaten. Der Weg des einzelnen richtet sich nach "der Persönlichkeit der Tiere". Je nach Gemüt oder Gelehrigkeit finden sie ein entsprechendes neues Zuhause. Mehr als 40 Elefanten haben bereits ihren Weg über den Park gemacht, an einer Stelle, an der es immer Elefanten gab, die aber in den 90 Jahren dort ausgerottet waren und nur noch in den Geschichten des Großvaters des Gründers des Parks existent. Der war davon immer begeistert und als er schließlich davon hörte, dass 2 Baby Elefanten aus dem Krüger Park aufgezogen werden mussten, nahm er sie auf seine Farm und das war der Anfang des Parks. Zur Zeit besteht die Herde hier aus 7 Tieren, wovon 2 bereits im Park geboren wurden.Wir "buchen" Füttern und Elephant Walk, was mich schon immer fasziniert hat und in Deutschland, aber natürlich auch in der afrikanischen Wildnis, nicht möglich wäre. Um 16 Uhr ist es so weit. In einer Gruppe von 10 Touristen werden wir von ein paar Guides zur Herde gebracht. Alle 7 Tiere werden mit Rufen und Körpersprache von den Guides hinter einen Begrenzungsbalken "gestellt". Wir stehen jeder mit einem kleinen Eimer voller Äpfeln, Orangen und Kürbissen davor und können die Tiere füttern. Es fühlt sich toll an, wie sanft und doch schnell die Rüssel das Obst und Gemüse aus unseren Händen pflücken und in die Münder stopfen. Zum Glück stehen alle hinter dem Balken, denn die Begeisterung über die Fütterung scheint groß. Als alle Eimer leer sind, werden wir in kleine Gruppen jeweils einem Führer zugeteilt und gehen mit der Herde spazieren. In schnellem Tempo gehen die Tiere grasend oder ganze Sträucher fressend über einen Acker und wir nebenher. Wir dürfen auch ganz nah ran. Zum Foto, aber für mich vor allem auch zum "Streicheln". Die Haut ist rauh, aber irgendwie auch weich. Und die Haare darauf sind schwarz und borstig. Anschließend sind wir auf einem Weg durch das riesige Gelände eine ganze Stunde mit der Herde unterwegs. Diesmal begleitet jeder einen Elefanten und hat einen Guide dabei. Mein Elefanten-Mädchen heißt Nandhi, ist 12 Jahre alt und im Park geboren. Mit diesem Alter ist sie wirklich noch ein Kind, wie ich lerne, da Elefanten 70 - 80 Jahre alt werden können. Das erzählt mein Guide, der sich Welcome nennt. Er erläutert auch, dass sich die Tiere ihren Guide auswählen. Er sei eigentlich von einem anderen Tier erwählt, arbeite aber heute mit Nandhi. Diese versucht ihm immer wieder etwas Obst aus seiner Umhängetasche zu stibitzen. Sie wird mit der Stimme, manchmal aber auch mit einer Art Spazierstock aus biegsamen Plastik gebremst. Aber nur selten, denn eigentlich lassen die Guides die Tiere laufen. Trotz dieser Touristenattraktion bin ich begeistert. Bis zum Dunkelwerden sind wir den Tieren nahe, bekommen den Schabernack mit ihrem Rüssel zu spüren und können beobachten, wie vorsichtig alle ihre riesigen Füße aufsetzen. Keine Gefahr den eigenen Fuß unter den 2.800 kg von Nandhi wieder zu finden. Das Lächeln in meinem Gesicht hält auch auf dem Weg zurück nach Knysna noch an. Bis wir an den hiesigen Townships vorbei fahren und sehen, wie die Bewohner vor ihren Hütten vor dem offenen Feuer sitzen. Der Geruch der Feuerstellen zieht durch das Auto und bringt mich wieder in die Realität dieses Landes voller Gegensätze zwischen Weiß und Schwarz, Reich und Arm.Das diskutieren wir dann inmitten der weißen Gäste und schwarzen Kellnerinnen und Kellner im "34 South" an der Waterfront in Knysna beim catch of the day und den leckersten frischen Sushis. Die Atmosphäre gleicht der einer Markthalle. Alles ist sehr lebendig. Die Preise sind verglichen mit Deutschland sehr günstig und doch viel zu teuer für die schwarzen Mädchen aus unserem Hotel, die sich um die Zimmer kümmern und ca. 90 Euro verdienen....der Tag geht mit diesen Widersprüchen zu Ende.

Tina am 26.7.16 23:46

Letzte Einträge: alle zwei Jahre.....2016: South Africa!!!!, 20.7.16 Kap der guten Hoffnung - zweiter Versuch bei 11 Grad und 90 Grad Regen, 06.08.16 Johannesburg, Joburg, Jozi, Jo'anna und Soweto und dann über Amsterdam nach Hause

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