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25.7.16 Wilderness - Überraschung am Traumstrand beim ersten Schneefall

So wenig gastfreundlich wie der gestrige Empfang in unserem Gasthaus fühlt sich auch der heutige Morgen an: Frühstück bis maximal 9.30 Uhr heißt aufstehen um 7.15 Uhr für meinen Walk. Diesmal "Nordic", nämlich mit Stöcken am Beach. Das ist diesmal wirklich nordisch bei ca. 10 Grad und kräftigem Wind. Nach einer Stunde komme ich mit eiskalter Nase und ziemlich geschafft durch den Lauf im Sand zurück ins Haus. Nach einer heißen Dusche bleiben noch 25 Minuten fürs Frühstück, was nicht viel ist in Anbetracht der Tatsache, dass hier ALLES a la carte serviert wird. Ja, wir hätten tatsächlich gerne eine zweite Tasse Kaffee. Ja und auch eine zweite Scheibe Brot....die sehr freundliche schwarze junge Dame muss für uns leider immer wieder hin und her laufen und dazu tausend mal "sorry" und "thank you" sagen, obwohl wir ja etwas von ihr bekommen. Wir würden uns gerne selber bedienen und uns bedanken, aber das gehört hier nicht zum Konzept.Nach dem Frühstück möchten wir am liebsten den ganzen Tag am endlos langen Sandstrand verbringen und Nichts tun. Bei diesen Temperaturen leider keine gute Idee. Die 10 Minuten Sonnenstrahlen des Tages sind leider bereits um 10 Uhr "aufgebraucht". Ja, dieses Jahr ist einer der härtesten Winter seit vielen Jahren in Südafrika, so hören wir.Dann machen wir eben doch heute schon einen Ausflug nach Knysna, das eigentlich erst morgen auf unserem Programm steht. Auf dem Weg dorthin halten wir immer wieder an picture points an, aber alles ist grau in grau und leider sehr kalt. Ebenso an der Waterfront in Knysna. Hier erreicht das Wetter seinen Höhepunkt mit schweren Regenschauern. Wir trinken also Kaffee und drücken uns durch die Geschäfte. Und fahren nach ein paar Stunden wieder zurück nach Wilderness. In unserem Zimmer herrscht Eiszeit und so setzen wir uns zum Einbruch der Dunkelheit an den offenen Kamin im Frühstücksraum, dessen Feuerasche wir mit viel Blasen und Geduld wieder zum Züngeln bringen. Hier sitzen wir nun für 1,5 Stunden und lesen und schreiben und wärmen uns auf. Die Häuser hier sind nicht für solche Temperaturen gemacht. Und die Townships wahrscheinlich schon gar nicht. Wie es den Schwarzen dort wohl heute geht? So richtig wohl fühlen wir uns bei den Gedanken darüber nicht. Trotzdem brechen wir natürlich später zum Abendessen auf. Das scheint das Highlight des Tages, denn auf meine Frage, wo man denn typisch südafrikanisch essen könne, hatte uns die charmante Dame von der Rezeption gestern genau ein Restaurant ans Herz gelegt und angeboten, uns einen Tisch für heute zu reservieren - das Serendipity. Uns war wichtig, dass wir auf jeden Fall etwas Lokales essen. Und wie uns der Reiseführer aufzeigt, ist das wohl tatsächlich der Fall, denn uns erwartet wohl eins der top 100 Restaurants in Südafrika! Der Unterschied zwischen unseren Gesprächen über die Situation der Schwarzen und unserer eigenen hätte wohl nicht größer sein können.Wir sind gegen 19.30 Uhr in dicken Pullovern im Restaurant. Zwar wird zwei mal nachgefragt, ob wir auch tatsächlich reserviert haben (es gibt nur 12 Plätze), währenddessen werden wir allerdings von der Chefin selber bereits zum Aperitif ins Kaminzimmer geführt. Hier ist es zum Glück warm.Lizelle ist die Besitzerin und mit vielen Preisen dekorierte (die wichtigsten hängen zu unserer Belustigung auf der unisex Toilette) weiße Köchin. Sehr charmant, sehr freundlich, sehr gewandt im Umgang mit Gästen. Und auch mit Überraschungen, denn wie sich am nächsten Tag heraus stellt, war für uns kein Tisch reserviert....Aber so ist der Name Programm, denn Serendipity bezeichnet eine zufällige Beobachtung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und überraschende Entdeckung erweist. Dieses Prinzip sei in Anlehnung an ein persisches Märchen mit dem englischen Titel The Three Princes of Serendip geprägt, in dem die drei Prinzen viele dieser unerwarteten Entdeckungen machen, erklärt uns Lizelle. Und Serendip sei die alte, von arabischen Händlern geprägte Bezeichnung das heutige Sri Lanka und habe ihre Wurzeln im alten Sanskrit-Namen der Insel, Simhaladvipa. Das ist wiederum eine schöne Überraschung für mich und ich freue mich, an der südafrikanischen Küste an Sri Lanka erinnert zu werden.Auch über das Essen und den Wein an diesem Abend freuen wir uns sehr. Denn innerhalb des 5 Gänge Menüs gibt es ein tolles Bobotie, ein sagenhaftes kaltes Rosmarin Sorbet und ein wahnsinnig zartes Springbock Filet. Kein Fleisch in Deutschland kann daran heran reichen und Lizelle mutmaßt, dass unser Reh grundsätzlich ähnlich sei, aber eben nicht so viel in der Sonne laufe und Kräuter fresse, die ebenfalls in der starken Sonne blühen. Das können wir gut nachvollziehen. Anders als ihre Begeisterung für den Schnee, den es seit heute im naheliegender Gebirge gebe. Wir sollten doch unbedingt dort vorbei fahren....Nun, da hätten wir auch nach Südtirol fahren können, was wir im Vorfeld ebenfalls auf unserer Liste hatten. So fahren wir wieder zurück in unser Hotel bis träumen in der Kälte von sonnenbeschienenen Springböcken.

Tina am 25.7.16 22:47

Letzte Einträge: alle zwei Jahre.....2016: South Africa!!!!, 20.7.16 Kap der guten Hoffnung - zweiter Versuch bei 11 Grad und 90 Grad Regen, 06.08.16 Johannesburg, Joburg, Jozi, Jo'anna und Soweto und dann über Amsterdam nach Hause

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