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01.08.16 Four of big five at one day: Nashorn, Büffel, Elefanten, Löwenfamilie - we are so lucky!

Heute hatten wir zwei Game Drives und waren vom Glück gesegnet!Um 6 Uhr war Wecken, 6.30 Uhr Abfahrt und sofort ging es in einem wahnsinnigen Tempo durch die kalte Morgenluft durch den Park. Über Funk war die Info gekommen, dass ein white rhino gesehen wurde, ein Breitmaulnashorn, das hier in Balule nicht so häufig vorkommt, weil es vom Grasen lebt und hier - zumindest zur Zeit - nicht viel Gras zu finden ist. Trotzdem ist dieser riesige Bulle hier. Wir finden ihn. Ein Koloss von sicherlich 1,60 Rückenhöhe und einem gigantischen Horn. Steve ist überzeugt, dass er hunderte von Kilometern entfernt von seinem Territorium ist. Er pinkelt immer wieder, scheinbar um seinen Rückweg zu kennzeichnen. Steve bring uns mit dem Range Rover mal wieder so in Position, dass wir das Nashorn auch einmal direkt von vorne sehen: Puh, der Kopf ist so breit wie meine beiden nach links und rechts ausgestreckten Arme.....ich möchte ihm nicht alleine begegnen.Auf unserer Weiterfahrt bumpen wir quasi in eine Herde Büffel. Sie hatten wir unter den Big Fives gar nicht so auf dem Schirm, weil wir sie als nicht so big eingeschätzt haben. Allerdings zählen sie zu den für Jäger am gefährlichsten Tieren, die auf den Jäger los gehen, sobald sie verwundet sind. Das glauben wir gerne, als wir ihre massiven gebogenen spitzen Hörnern sehen. Wir sehen 20 - 30 Tiere, die sich grasend voran bewegen. Darunter riesige Bullen. Ihre Laute klingen wie die einer deutschen Kuhherde, man müsste allerdings die Augen fest schließen für eine Verwechslung.Wir setzen unseren Weg zu einer Wasserstelle fort - dort sind wir dann aber diejenigen, die wahlweise einen Kaffee oder Tee bekommen und dazu ein paar selbstgemachte Snacks. Tiere trinken heute morgen hier leider keine. Wir wärmen uns mit Hilfe der Heißgetränke und der afrikanischen Sonne, die heute vom blauen Himmel scheint, etwas auf. Die Wollmützen setzen wir aber noch nicht ab als es weiter zu einer anderen Wasserstelle geht. Dort treffen wir die Büffel noch einmal. Sie trinken oder liegen wahlweise in der Sonne! Erst beim zweiten Blick sehen wir, dass die Herde das Wasserloch aber nicht alleine für sich hat. Mitten im Wasser schauen zwei paar Ohren und Nasenlöcher heraus: Zwei Nilpferde kühlen sich hier ab. Büffel wie Hippos sind völlig unbeeindruckt von einander. Nur wir staunen! Auch als wir auf unserer Rückfahrt eine große Giraffe mit einer Baby-Giraffe sehen. Laut Steve ist diese erst heute morgen geboren. Giraffen und Büffel Kälber können wohl innerhalb von 30 Minuten nach ihrer Geburt sehr gut laufen. Müssen sie auch können, um weiter zu leben und nicht zur Beute zu werden. So läuft das Baby auch hinter seiner Mutter her und ist schnell verschwunden. Sehr sehr niedlich.Um 10 Uhr sind wir voller Eindrücke zurück in Toro Yaka. Welch ein Start in den Tag! Der wird zusätzlich unterstrichen mit einem gemeinsamen Frühstück in der Sonne mit selbstgemachtem Müsli, frischem Obst, Rührei oder Omelette, Kaffee und vielen weiteren Geschichten von Steve und Nicole, die die Lodge seit 10 Jahren betreiben und nicht von Anfang an bei den Nachbarn willkommen waren. Erst nach und nach konnten sie Lizenzen zum Überfahren der anderes Estates erwerben und zeigen, dass zumindest Steve, der in Zimbabwe geboren wurde, sehr viel Erfahrung mit Tieren und der Pflege von Parks hat. Inzwischen ist er selber im Komitee, das den Park führt, und hat viel zu dessen Weiterentwicklung beigetragen. Er ist ein wirklich guter Erzähler und so verfliegt die Zeit. Seine Frau Nicole ist etwas stiller, aber die perfekte Gastgeberin. Nach jedem Game Drive werden wir am Tor von ihr und der Crew empfangen mit der Mitteilung, wann es wieder etwas zu essen gibt. Alle Mahlzeiten sind absolut frisch und mit vielen gesunden Zutaten bereitet. Sie achtet sehr darauf und wir sind begeistert von ihren Rezepten. Zum Glück können wir hier so gar keinen Sport machen....Aber wir genießen die Ruhe und das Nichts-Tun. Es ist unser erster Faulenzer-Tag nach mehr als zwei Wochen Reise. Aber anstrengend ist es natürlich trotzdem, denn die vielen Tier- Begegnungen wollen erst einmal verarbeitet werden!So richtig viel Zeit bleibt dazu nicht, denn die Lodge ist so hübsch gestaltet, dass ich natürlich alles anschauen und fotografieren muss und um 16 Uhr sitzen wir bereits wieder auf dem Wagen.Diesmal haben wir an der Wasserstelle mehr Glück. Zunächst trinken dort 3 junge Elefanten-Bullen und kurze Zeit später noch ein vierter. Es macht Spaß zuzuschauen, wie sie mit ihre Rüsseln das Wasser ansaugen und sich anschließend ins Maul blasen. Etwas verspritzen sie immer wieder beim erneuten Eintauchen, was fast spielerisch wirkt. Das Klacken unserer Kameras will kein Ende nehmen. Steve versucht wie stets den Range Rover auch noch in eine andere Position zu bringen als zwei der Dickhäuter plötzlich los laufen und der Kleinere anfängt zu tröten. Das liegt wohl an ihrer jugendlichen Unerfahrenheit. Steve schätzt sie auf rund 15 Jahre und damit noch Teenager und so nervös, wie man es wohl bei älteren Bullen nicht mehr beobachtet. Vielleicht hätten sie aber auch einen harten Tag, sind vielleicht von einem älteren Bullen malträtiert worden. Was auch immer sie so reagieren lässt bringt Steve dazu, weiter zu fahren, da aus seiner Sicht eine Tierbeobachtung Mensch und Tier gefallen sollte. Und das sei bei den jungen Elefanten nun nicht der Fall.Ob unser Auftauchen für eine Herde von 5 Giraffen eine Freude ist, wird nicht klar. Sie jagen in schnellem Galopp durch die Büsche davon. Wir hinterher. Sie bleiben immer wieder stehen, schauen sich aber nicht verängstigt um, jagen nur immer wieder los. Vielleicht ein Spiel, vermutete Steve. Durch den langen Hals sieht ihr Lauf etwas schwankend aus und macht gute Laune. Schließlich lassen wir sie rechter Hand in den Büschen stehen, denn über Funk hat es die Meldung gegeben, dass 3 Löwen gesichtet wurden. Steve fährt los. Mitten durch die Steppe. Ohne GPS Daten. Und dennoch sehen wir nach ca 20 Minuten Fahrt durch Büsche und Steppe eine Stelle tief im Gebüsch, an der schon ein Fahrzeug steht. Wir parken auf der anderen Seite und sehen zwei junge Löwen, männlich und weiblich, die mit dem Kadaver eines Büffels spielen. Steve erklärt uns, dass die Mutter nicht weit entfernt sei, auch wenn wir sie jetzt nicht sehen. Sie habe den Büffel erlegt und damit nun ihre Kleinen gefüttert. Das sei der dritte Büffel, mit dem die drei zu sehen seien und die Mutter mache das super. Sie habe sich vom Vater der Kleinen und vom Rest der Familie abgesetzt, um sicher zu sein, dass die beiden genug zu fressen bekommen und als Kleinste nicht immer hintanstehen müssen. Später werden sie wieder zu den anderen zurück kehren. Wie am Abend zuvor ist klar, dass die Löwen erst weiter ziehen, wenn der Büffel gefressen ist. Das wird noch dauern, denn gerade spielen die beiden jungen Tiere mit der erst halb aufgefressenen Beute. Das mutet geradezu martialisch an, wie die beiden immer wieder ihre Krallen in das Fell schlagen oder die Beine des Büffels zwischen ihren Tatzen hin und her tanzen lassen, dient aber wohl der Übung der beiden Löwen im Umgang mit Beute. Faszinierend!Wir verlassen die beiden zum Sundowner auf einem 5 Minuten entfernten Hügel. Die Sonne geht glutrot über den Bergen des Kruger Parks im Westen unter. Wir haben einen Blick über die schier unendliche Buschlandschaft und genießen die Ruhe und das Aufgehen der Sterne.Im Dunkeln kehren wir noch einmal zu den Löwen zurück. Nun ist die Mutter dabei und die Kleinen spielen nicht, sondern fressen den Büffel. Knochenknacken oder aber das raue Lecken der Zungen ist zu hören, die fein säuberlich die Knocken ablutschen. Steve erwartet am nächsten Morgen ein sauberes Skelett, wie wir es heute morgen bereits in einem trockenen Flussbett liegend gesehen haben. Mal schauen, denken wir auf der Fahrt durch die frühe Nacht nach Hause und diskutieren unsere Eindrücke bei einem köstlichen Bobotie, das heute draußen an kleinen Tischen rund um ein offenes Feuer serviert wird. Ein Traum!

Tina verlinken 1.8.16 22:58, kommentieren

02.08.16 Eine Nilpferde-Herde im Olifants River

Bernhard hat sich entschieden, das Malaria Medikament doch abzusetzen und konnte heute Nacht besser schlafen. Ich liege dafür lange wach, da ich gestern beim Abend-Drive im Dunkeln einen Ast übersehen hatte, der mich trotz Wegbückens beim Zurückschnellen auf der Seite und an den hinteren Rippen erwischt hat. Zunächst kein Problem, erst nachts fühle ich mich ein bisschen verprügelt. Das vergeht aber beim Morgen-Drive um 6.30 Uhr. Das Wetter ist herrlich. Zwar nur 14 Grad, aber Sonne vom blitzeblauen Himmel. Zuerst schauen wir nach den zwei kleinen Löwen und ihrer Mutter. Noch immer sind Reste vom Büffel da und so "müssen" die drei noch weiter fressen. Die kleine Schwester möchte lieber mit dem Bruder raufen, der aber macht ihr knurrend mit seinen Tatzen deutlich, dass ihm nicht nach spaßen zu mute ist, sondern dem Fleisch ganz klar seine ganze Aufmerksamkeit gilt. Na gut, dann frisst sie eben auch noch ein bisschen.....Wir fahren heute eine längere Strecke weiter zum Olifanten River. Unterwegs sehen wir Impalas, 2 Geier und wieder eine Herde Büffel. Auch 3 Zebras kreuzen unseren Weg. Aber wir halten uns nicht lange auf. Steve möchte uns heute Nilpferde zeigen. Und das gelingt. Bereits von weitem sehen wir mehr als 15 von ihnen im Fluß liegen und in der Morgensonne glänzen. Diesmal steigen wir aus dem Auto. Steve schultert das Gewehr, das bisher vorne auf dem Armaturenbrett des Wagens quer verpackt lag und bittet uns, zusammen zu bleiben, denn Nilpferde seien extrem gefährlich und führen die Statistik der tödlichen Begegnungen von Menschen mit wilden Tieren an. Das hätten wir nicht erwartet. Die Tiere wirken so friedlich und wir stehen auf Felsen ein paar Meter am Ufer erhöht. Das sei für die Tiere allerdings kein Problem. Sie würden sich auf dem Bauch mit rudernden Beinen rasant hier hoch schieben und wir hätten keine Chance! Hm.....wir werden sehr ruhig und nach rund 15 Minuten und einigen Geschichten über angreifende Nilpferde gehen wir zum Auto zurück und trinken unseren Morgen-Kaffee. Bei der Abfahrt sehen wir, wie bereits 2 Nilpferde am Ufer stehen und drei weitere gerade an Land paddeln. Ja, sie sind wirkliche Kolosse. Und wir haben wirklich viel Glück so viele im und außerhalb des Flusses zu sehen! Steve berichtet, dass die Anzahl der Tiere im Balule Teil des Olifants River jedes Jahr gezählt werden. Man geht mit zwei Teams an beiden Seiten des Ufers den gesamten Fluß ab und zählt und vergleicht jeweils das Ergebnis zwischen den Teams. Er habe das schon 8 mal mitgemacht und sehr viele Encounters gehabt und daher sehr viel Respekt vor diesen unberechenbaren Tieren, die jederzeit im Gebüsch auftauchen und dann das riesen Maul aufreißen und einen einfach umrennen würden, sobald sie sich bedroht fühlen. Bei der jährlichen Zählung habe man im Balule mehr als 1.000 Tiere gezählt.Auf unserer Fahrt am Fluß entlang sehen wir noch drei von ihnen und ebenso viele Krokodile. Außerdem Impalas, Kudus, Bushbucks und Waterbucks direkt hinter einander weg. Eine tolle Vergleichsmöglichkeit. Und ein herrlicher Morgen, denn die Landschaft am Fluß ist natürlich so ganz anders als die buschbewachsenen Steppe.Voller Eindrücke kehren wir nach Toro Yaka und zu Nicole und dem Team zurück, die bereits mit dem Frühstück auf der überschatteten Außenterrasse auf uns warten. Luxus pur!Den wir auch den Rest des Tages genießen, denn wir müssen die Eindrücke erst mal verarbeiten und fahren zum Abend-Drive nicht mit, sondern genießen die Anlage, die Ruhe mit den Tiergeräuschen und die Aussicht auf "unser" Wasserloch vor der Terrasse, an dem zum Sonnenuntergang einige Kudus und Impalas vorbei schauen. Sehr schön!Außerdem bekommen wir nicht nur Lunch, sondern auch noch ein Stück Schokokuchen, denn Denise, eine holländische Nachbarin, hat heute Geburtstag und wurde von Nicole bebacken. Und wir profitieren davon! Lecker!Am Abend gibt es für uns zum ersten mal Brai, das heißt, es wird gegrillt. Wir sitzen mit allen Gästen im Kreis an kleinen Tischenrund um ein Feuer. Salat, Gemüse und eine Art Polenta sind in der Küche gemacht worden und stehen auf eine Art Buffet. Die Lammkeulen und Würstchen werden von Nicole an einem riesigen Außengrill aufgelegt und wir können uns bedienen. Die Atmosphäre ist wunderschön. Überall Petrolium-Lampen am runden Zaun um uns herum und an unseren Plätzen. Nicole macht ein bisschen smalltalk, aber ganz angenehm. Allerdings ist eine italienische Familie an Stelle der beiden Amerikanerinnen angereist und ihr Englisch ist bescheiden. So gestalten Walter, der deutsche Spanier, und ich die Unterhaltung. Nicole erläutert uns dabei u.a., dass die LKW-Fahrer, die die Tankstellen mit Benzin beliefern, streiken. Wir müssen also schauen, ob und wie wir nach Johannesburg kommen.Am Ende dreht sich unsere Unterhaltung dann um die Kommunalwahlen, die morgen in Südafrika anstehen: Viele Weiße, aber auch Schwarze hoffen wohl, dass der ANC mit Jacob Zuma an der Spitze geschwächt, da Korruption herrscht, 27% Arbeitslosigkeit und die Quote der Schwarzen mit höherem Bildungsabschlüssen mehr als 20% unter der der Weißen liegt und nicht wirtschaftliche Weiterentwicklung oder Unterstützung der Armen, wie versprochen, umgesetzt wurde. Viele werden wahrscheinlich die liberale DA wählen, die "Democratic Alliance", die bisher eher als Partei der Weißen gesehen wurde, aber an die Spitze nun einen Schwarzen hat. Auch die "Economic Fredom Fighter", die EFF wird mit ihrer Anti-Weißen Politik möglicher Weise mit Zugewinnen rechnen können. Das morgige Ergebnis wird dem ANC einen Vorgeschmack auf die Wahlen 2019 geben und das Handelsblatt titelt "Mandelas Erbe verblasst". Ein wichtiger Wahl-Tag also morgen für Südafrika, der offiziell auch Feiertag ist. Die Wahlbeteiligung wird sehr hoch sein, denn auch die junge Generation "nach Apartheid" hat sich wohl diesmal auch stärker für die Wahlen registrieren lassen.Für Toro Yaka heißt das, das viele der Angestellten nach Hause fahren werden, da sie dort wählen müssen. Die meisten kommen von weiter weg (bis zu 4 Stunden Fahrzeit) und sind normaler Weise eine Woche Zuhause nach 3 Wochen Arbeit, allerdings immer versetzt und nicht alle gleichzeitig. Nicole hat aber (natürlich) alles organisiert und wird selber um 6 Uhr im Wahllokal sein. Und redet sich bei diesem Thema und der politischen Situation etwas in Rage und man merkt Engagement zu diesem Thema.Erst nach dem Dessert und nachdem die italienische Familie die Runde verlassen hat erfahren wir auch noch, dass Nicole nach ihrem Studium der Hippologie für zwei Jahre in Deutschland gearbeitet hat, bei Pferdezüchtern in der Nähe von Münster und Hannover. Aber das war ihr zu kommerziell und nach ihrer Rückkehr nach Südafrika hat sie auf Physiotherapie umgesattelt und ist dann in die Hotellerie gegangen. Zum Glück, denn auch der Malva Pudding heute Abend ist ein Gedicht.

Tina verlinken 2.8.16 23:29, kommentieren

02.08.16 Eine Nilpferde-Herde im Olifants River

Bernhard hat sich entschieden, das Malaria Medikament doch abzusetzen und konnte heute Nacht besser schlafen. Ich liege dafür lange wach, da ich gestern beim Abend-Drive im Dunkeln einen Ast übersehen hatte, der mich trotz Wegbückens beim Zurückschnellen auf der Seite und an den hinteren Rippen erwischt hat. Zunächst kein Problem, erst nachts fühle ich mich ein bisschen verprügelt. Das vergeht aber beim Morgen-Drive um 6.30 Uhr. Das Wetter ist herrlich. Zwar nur 14 Grad, aber Sonne vom blitzeblauen Himmel. Zuerst schauen wir nach den zwei kleinen Löwen und ihrer Mutter. Noch immer sind Reste vom Büffel da und so "müssen" die drei noch weiter fressen. Die kleine Schwester möchte lieber mit dem Bruder raufen, der aber macht ihr knurrend mit seinen Tatzen deutlich, dass ihm nicht nach spaßen zu mute ist, sondern dem Fleisch ganz klar seine ganze Aufmerksamkeit gilt. Na gut, dann frisst sie eben auch noch ein bisschen.....Wir fahren heute eine längere Strecke weiter zum Olifanten River. Unterwegs sehen wir Impalas, 2 Geier und wieder eine Herde Büffel. Auch 3 Zebras kreuzen unseren Weg. Aber wir halten uns nicht lange auf. Steve möchte uns heute Nilpferde zeigen. Und das gelingt. Bereits von weitem sehen wir mehr als 15 von ihnen im Fluß liegen und in der Morgensonne glänzen. Diesmal steigen wir aus dem Auto. Steve schultert das Gewehr, das bisher vorne auf dem Armaturenbrett des Wagens quer verpackt lag und bittet uns, zusammen zu bleiben, denn Nilpferde seien extrem gefährlich und führen die Statistik der tödlichen Begegnungen von Menschen mit wilden Tieren an. Das hätten wir nicht erwartet. Die Tiere wirken so friedlich und wir stehen auf Felsen ein paar Meter am Ufer erhöht. Das sei für die Tiere allerdings kein Problem. Sie würden sich auf dem Bauch mit rudernden Beinen rasant hier hoch schieben und wir hätten keine Chance! Hm.....wir werden sehr ruhig und nach rund 15 Minuten und einigen Geschichten über angreifende Nilpferde gehen wir zum Auto zurück und trinken unseren Morgen-Kaffee. Bei der Abfahrt sehen wir, wie bereits 2 Nilpferde am Ufer stehen und drei weitere gerade an Land paddeln. Ja, sie sind wirkliche Kolosse. Und wir haben wirklich viel Glück so viele im und außerhalb des Flusses zu sehen! Steve berichtet, dass die Anzahl der Tiere im Balule Teil des Olifants River jedes Jahr gezählt werden. Man geht mit zwei Teams an beiden Seiten des Ufers den gesamten Fluß ab und zählt und vergleicht jeweils das Ergebnis zwischen den Teams. Er habe das schon 8 mal mitgemacht und sehr viele Encounters gehabt und daher sehr viel Respekt vor diesen unberechenbaren Tieren, die jederzeit im Gebüsch auftauchen und dann das riesen Maul aufreißen und einen einfach umrennen würden, sobald sie sich bedroht fühlen. Bei der jährlichen Zählung habe man im Balule mehr als 1.000 Tiere gezählt.Auf unserer Fahrt am Fluß entlang sehen wir noch drei von ihnen und ebenso viele Krokodile. Außerdem Impalas, Kudus, Bushbucks und Waterbucks direkt hinter einander weg. Eine tolle Vergleichsmöglichkeit. Und ein herrlicher Morgen, denn die Landschaft am Fluß ist natürlich so ganz anders als die buschbewachsenen Steppe.Voller Eindrücke kehren wir nach Toro Yaka und zu Nicole und dem Team zurück, die bereits mit dem Frühstück auf der überschatteten Außenterrasse auf uns warten. Luxus pur!Den wir auch den Rest des Tages genießen, denn wir müssen die Eindrücke erst mal verarbeiten und fahren zum Abend-Drive nicht mit, sondern genießen die Anlage, die Ruhe mit den Tiergeräuschen und die Aussicht auf "unser" Wasserloch vor dem Balkon, an dem zum Sonnenuntergang einige Kudus und Impalas vorbei schauen. Sehr schön!Außerdem bekommen wir nicht nur Lunch, sondern auch noch ein Stück Schokokuchen, denn Denise, eine holländische Nachbarin, hat heute Geburtstag und wurde von Nicole bebacken. Und wir profitieren davon! Lecker!Am Abend gibt es für uns zum ersten mal Brai, das heißt, es wird gegrillt. Wir sitzen mit allen Gästen im Kreis an kleinen Tischenrund um ein Feuer. Salat, Gemüse und eine Art Polenta sind in der Küche gemacht worden und stehen auf eine Art Buffet. Die Lammkeulen und Würstchen werden von Nicole an einem riesigen Außengrill aufgelegt und wir können uns bedienen. Die Atmosphäre ist wunderschön. Überall Petrolium-Lampen am runden Zaun um uns herum und an unseren Plätzen. Nicole macht ein bisschen smalltalk, aber ganz angenehm. Allerdings ist eine italienische Familie an Stelle der beiden Amerikanerinnen angereist und ihr Englisch ist bescheiden. So gestalten Walter, der deutsche Spanier, und ich die Unterhaltung. Nicole erläutert uns dabei u.a., dass die LKW-Fahrer, die die Tankstellen mit Benzin beliefern, streiken. Wir müssen also schauen, ob und wie wir nach Johannesburg kommen.Am Ende dreht sich unsere Unterhaltung dann um die Kommunalwahlen, die morgen in Südafrika anstehen uns viele Weiße hoffen wohl, dass der ANC geschwächt wird. Mandela's Zeiten sind vorbei

Tina verlinken 3.8.16 22:08, kommentieren

03.08.16 Von Balule durch die Drakensberge am Blyde River Canyon entlang nach Hazyview

Heute ist Wahltag in Südafrika. Es ist public holiday und Steve ist selber wählen gefahren, so dass der morgendliche Game Drive von Shanane, einer junge Weißen übernommen wird, die gerade ihre Ranger Ausbildung macht. Natürlich ist Herbert als Tracker dabei und übernimmt heute im Grunde die komplette Verantwortung - wenn auch ganz leise und mit Handzeichen und nur indirekt, da er nicht am Steuer sitzt. Erst heute wird uns durch die Vertretung so richtig deutlich, WIE gut Steve ist. Denn er fährt viel schneller und sicherer und schafft daher weit mehr Kilometer und potenzielle Encounter. Und wenn er dann ein Tier entdeckt hat, bleibt er dran, folgt mit dem Auto in jedes Gebüsch und scheint immer ein Gefühl zu haben, was der nächste Schritt des Tieres ist, den er mit dem Wagen vorweg nimmt.Heute morgen mit Shanane sehen wir ca. 1,5 Stunden gar keine Tiere, was natürlich auch mit Steve hätte passiere können. Dann erfahren wir über Funk von einem black rhino. Herbert führt uns hin und lässt Shanane dort ins Gebüsch fahren. Sie ist nicht so sicher, dass das eine gute Idee ist, lässt sich aber darauf ein und plötzlich kommt dieses kolossartige Spitzmaulnashorn aus dem Gebüsch und stellt sich mit seinem Horn direkt vor uns, keine 5 Meter entfernt. Herbert nimmt sogar die Füße auf die Motorhaube, denn diese Nashörner sind bekannt für ihre Angriffslustigkeit, wie wir später erfahren. Mein Herz schlägt bis zum Halse und ich bin nicht in der Lage ein Foto zu machen.Doch schließlich wendet sich das Tier ab und schlendert fressend davon. Wir setzen nicht nicht direkt nach. Vielmehr scheint Shanane selber tief durchzuatmen.... erst als das Nashorn auf der anderen Seite am Berg erscheint und damit für uns nicht mehr erreichbar (was Steve so nicht passiert wäre), lässt sie den Motor wieder an. Sie schafft es allerdings nicht, den Range Rover aus dem Gebüsch am Berghang rauszufahren. Nach 3-maligen Abwürgen klettert sie aus dem Auto und Herbert übernimmt, schaltet den Allrad dazu und fährt uns raus. Das tut mir für sie fast schon ein bisschen leid, sie nimmt es jedoch mit Humor. Und steuert weiter mit etwas höherem Tempo. Leider übersieht sie dabei in einer sehr steilen gekippten Kurve die Ausmaße des Range Rovers mit Herberts Ausguck vorne und fährt in ziemlichem Tempo mit der Fußraste des Ausgucks vor einen Baum. Herbert kann zum Glück gerade noch die Füße hoch ziehen und sich zur Seite drehen und das Stück Ast, das durch den Aufprall nach unten fällt, trifft Bernhard, der heute den Beifahrer macht, nicht am Kopf, sondern landet auf dem Schoß. Ein ganz schöner Schreck, vor allem für Herbert, der aber cool bleibt. Auch diesen Zwischenfall scheint Shanane locker zu nehmen. Was wohl Steve dazu sagen wird, wenn er die vollkommen verbogene Fußraste sieht?Anschließend bringen uns Shanane und Herbert mit Hilfe des Funks zu 5 Teenager Löwe . Wir können es kaum glauben, als wir in einem trockenen Flussbett einen zählen und noch einen und noch einen und.....ja, es sind 5. Wir verfolgen ihren Weg und finden sie schließlich hinter einem Busch alle 5 zusammen an einer Baby-Giraffe kauend. Welch ein Anblick. Herbert winkt Shanane ganz ganz nah ran und wir bestaunen die Szene.Dann geht es zur Lodge und natürlich steht das Frühstück auf der überdachten Terrasse in der Sonne bereit. Nicole trägt einen schwarzen Edding-Strich auf dem Daumennagel - das Zeichen, dass die gewählt hat und nicht noch einmal ran darf. Sie weiß auch, dass das schwarze Dorf einer der Angestellten komplett DA gewählt hat und nun hofft, keine Repressalien durch den ANC erleiden zu müssen. Die Hoffnung ist groß, dass sich im Land etwas ändert. Das Wahllokal sei bereits um 6 Uhr sehr voll gewesen, die Endergebnisse erwartet man nicht vor Freitag oder Samstag. Steve ist auch schwarz gemarkert und findet noch Zeit uns zu erläutern, dass die 5 Jung-Löwen von 2 Müttern stammen, die Schwestern sind und die Kleinen zusammen groß ziehen. Sie werden in der Nähe gewesen sein...Genau das ist es, was die Fahrten mit ihm so besonders gemacht haben. Es war spannend und lehrreich, interessant und kurzweilig. Eine tolle Erfahrung. So auch mit Nicole, die die perfekte Gastgeberin ist. So will sie natürlich wissen, wohin wir heute fahren und plant mal kurz die Route so um, dass wir am nächsten Tag auch noch einmal auf eigene Faust in den Kruger Park fahren können. Denn die Panorama Route, die eigentlich für den morgigen Tag gedacht war, können wir doch heute bereits auf dem Weg mitmachen, meint sie. Super Idee! Vor lauter Begeisterung und Verabschiedung (natürlich werden alle Gäste persönlich von den beiden Gastgebern zum Auto gebracht und umarmt) habe ich einen ganzen Teil meiner Kleidung im Schrank einfach vergessen. Aber Jeanette, die bereits das Zimmer macht, gibt Bescheid und so kommen wir vom Parkplatz noch einmal zurück...... Bernhard lacht sich kaputt und bittet darum, diese Situation auf jeden Fall im Block zu erwähnen. Here we are!Wir fahren winkend davon und freuen uns über eine wunderbare Zeit, die wir in Toro Yaka verbringen konnten und über die sich sogar Bernhard zu der Aussage hinreißen lässt, hierhin könne man nochmal wieder kommen! Und natürlich zur Walesong Lodge! Hört, hört!Wie von Nicole vorgeschlagen, fahren wir nun nördlich des Blyde River Canyons in die Drakensberge und dort gen Süden. Wir schrauben uns auf den Abel Erasmus Pass auf 1.850 m und werden unterwegs Zeuge eines LKW Unfalls. Bereits unterwegs waren über mehrere Kilometer Zementsäcke vom Anhänger gefallen und aufgeplatzt. Die Straße ist voller Zement und viele viele Menschen eilen aus allen umliegenden Dörfern mit Eimern und Besen herbei und schippen den Zement von der Straße. Vielen tragen bereits eine Schicht auf der Haut, den Haaren, der Kleidung. Aber fast alle lachen und scheinen Spaß zu haben und sich über den unverhofften Baustoff zu freuen.Schließlich biegen wir ab Richtung Osten und fahren damit auf die Panorama Route, die R 532, auf den Blyde River Canyon (übersetzt "Freude-Fluß") zu. Er ist einer der größten Schluchten der Welt, 25 km lang und stellenweise 700 m tief. Unser erster Lookout sind die "Three Rondavels", eine Formation beeindruckender Bergkegel, 700 m hoch, die wie die traditionellen südafrikanischen Rundhütten mit Kegeldächern aussehen. Dahinter liegt der höchste Berg der Mpumalanga Drakensberge, der Mariepskop. Das Bild wird abgerundet durch den Blydepoort Damm, der zu unseren Füßen liegt. Wahnsinn und an diesen Tag nicht mehr zu toppen!So z.B. nicht durch die Bourke's Luck Potholes, eindrucksvolle Wassererosionen in einem Flussbett, das zusätzlich durch ein paar kleine Wasserfälle geprägt ist. Hier sind außerdem zum ersten Mal "viele Touristen" (ca. 50). Die Löcher in der Tiefe unter uns am Fluß sind imposant, da alles aber durch Holzstege für Touristen verbunden wurde, ist der Charme des Ursprünglichen etwas abhanden gekommen....Unser dritter Lookout ist der "Wonder View". Hier sind wir ganz alleine und fahren fast an der Einfahrt vorbei. Auf mehr als 1.700 m stehen wir dann aber schließlich und haben einen Blick in das weite weite Land. Herrlich.Anschließend geht es im Abendlicht vorbei an unendlich großen Rodungen. Für den Goldabbau im späten 19. Jahrhundert wurde der heimische Wald abgeholzt, um den Holzbedarf in den Stollen zu decken. In dieser Zeit entstand der erwerbsmäßige Holzanbau und heute ist die südafrikanische Waldindustrie eine der größten der Welt.Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir Hazyview. Hier sind wir auf unseren Weg nach Balule schon einmal durchgefahren. Heute haben wir in Kierpersol, 12 km von hier, unser Hotel, die Chestnut Country Lodge. Die letzten 3 km führt eine unbefestigte Sandstraße den steilen Berg hoch, vorbei an Macadamia-Nuß-Plantagen auf der einen und Bananen-Plantagen auf der anderen Seite. Die Strecke zieht sich und als wir schließlich in dem etwas in die Jahre gekommenen Haus einchecken, fragen wir uns, was sich die Agentur bei der Auswahl wohl gedacht hat....Aber vielleicht ist der Unterschied zu den traumhaften Tagen in Toro Yaka einfach zu groß. Der Preis ist dafür sicher auch eine Erklärung. Nett sind die Damen, die die Lodge hier führen, auch. Allerdings riecht das Zimmer modrig und alles ist verriegelt und verrammelt. Auch unsere Balkontür hat ein Gitter, obwohl die komplette Anlage hinter hohen Mauern und Stacheldraht liegt. Prompt träume ich nachts ein Einbruch-Szenario.....Mit Unterstützung der Damen arrangieren wir daher direkt den nächsten Tag, den wir auf keinen Fall hier verbringen werden. Wir wollen um 6 Uhr los fahren und den Tag im Krüger Park verbringen und bekommen direkt ein Picknick eingepackt, was uns mit dem doch eher europäischen Abendessen versöhnt. Ein paar "Castle Lager" bringen zusätzlich etwas Entspannung in unseren Abend.

1 Kommentar Tina verlinken 3.8.16 23:52, kommentieren

04.08.16 Mehr als 100 Tierbeobachtungen im Kruger Park mit großem Finale: Einem blutigen Nilpferdk

Auch heute klingelt der Wecker um 5.30 Uhr. Wir wollen spätestens um 7 Uhr im Kruger Park sein. Der Weg zum Phabeni Tor dauert ungefähr 45 Minuten inkl. tanken. Dann müssen wir noch einchecken und unser Auto wird auf Waffen durchsucht. Mit der aufgegangenen Sonne haben wir alle Formalitäten hinter uns und fahren ein in den Park. Nicole hatte uns ja gesagt, dass wir "mit unserer Erfahrung", die wir nun durch die Drives mit Steve gewonnen hätten, gut selber Tiere im Gebüsch entdecken werden, aber bei direkten Encounters uns auch entsprechend zu verhalten wüßten. Und genau so verläuft der Tag. Natürlich können wir nur auf den offiziellen Asphalt- und Sandstraße bleiben, doch nach knapp 10 Minuten stehen wir bereits neben einer riesigen Büffelherde, keine 5 m entfernt. Anschließend sehen wir zwei Zebras, die hinter uns über die Straße laufen. Am ersten Wasserloch liegen einige Nilpferde. Über den Tag zählen wir mehr als 200 Impalas. Aber auch einige Kudus und Buschböcke. Dann kleine Affen, einzelne Giraffen, aber auch ganze Herden. Und das alles im Abstand von maximal 50 Metern. Ebenso mehr als 30 Elefanten, auch hier kleinere und größere Herden. Was für ein herrlicher Morgen.Wir kommen nach knapp 50 Kilometern um 9.30 Uhr in Skukuza, einem der Hauptcamps, an und können die Anzahl der Tiere schon nicht mehr benennen. Hier frühstücken wir mit Blick auf den Sabie River und auf ein Nilpferd, das am Ufer grast. Die Sonne brennt vom afrikanischen Himmel und wir sind begeistert.Zurück wollen wir über das Pretoriuskop Camp und das Numbi Gate wieder zum Phabeni Gate fahren. Weitere 70 km. Die Anzahl der Tiere, die wir sehen, ist allerdings deutlich geringer: Unzählige Antilopen, aber sonst bekommen wir nichts zu Gesicht, bis wir schließlich zu einer Wasserstelle fahren und beinahe auf dem Weg zum Ufer in eine Herde Elefanten hinein. Zu 7 stehen sie an den Bäumen und fressen und fressen. Wir stehen mit dem Auto nur maximal 5 m von einer riesigen Elefantendame entfernt, die sich beim Fressen zunächst nicht aus der Ruhe bringen lässt. Bis ihr Elefanten-Baby neugierig unter ihr durchlugt und wir mit der Kamera darauf fokussieren. Da dreht die Mutter plötzlich den Kopf mit den langen Zähnen zu uns und kommt gaaaanz laaangsam in unsere Richtung. Aus den 5 werden schnell 3 Meter Abstand und mein Herz schlägt bis zum Halse als ich Bernhard zuflüstere "tu etwas". Wohl wissend, dass wir das Auto eigentlich nicht anlassen sollten. Aber er tut. Und zwar tritt er die Kupplung und wir rollen ohne Motor langsam davon zum Wasserloch hinunter. Puh!Mein Herz rast zwar noch, längst bietet sich uns allerdings ein weiteres Schauspiel: 4 Nilpferde steigen behäbig aus dem Wasser. Eins mächtiger als das andere. Erst jetzt wird mir ihre Größe wirklich klar. Während wir noch staunen, gesellen sich zwei Warzenschweine mit riesigen Hauern dazu. Und schließlich sitzt ein Seeschreiadler hoch im Baum am Ufer gegenüber und schreit weit ins Land. Seine Rufe werden von einem anderen Adler erwidert, den wir aber nicht sehen können.Auch diese Szene lassen wir hinter uns und sehen auf der Sandpiste zwischen den beiden Gates dann keine Tiere mehr, wo wir doch gerade dort mit neuen Eindrücke gerechnet hatten. Obwohl es schon wieder 17 Uhr ist und der Tag schon sehr lang war, entscheiden wir uns, noch einen Abstecher zu einer Wasserstelle zu machen und werden belohnt: Einige Nilpferde sind zu sehen, die langsam ins Wasser gehen. Auch ein Elefant erscheint am gegenüber liegenden Ufer und trinkt. 5 Kudus u.a. 2 sehr junge Tiere nähern sich von rechts. Das erste Tier scheint die Umgebung zu sichern......und plötzlich springen alle davon - ohne einen Schluck Wasser. Und während wir uns fragen, was sie vertrieben hat, laufen im Abstand von vielleicht 25 m - direkt vor uns - 2 Nilpferde in einem unfassbaren Tempo hinter einander her. Das eine treibt das andere in die Fluten. Und am Ufer schlagen die Wellen hoch, als beide Giganten ins Wasser eintauchen. Etwa 3 Minuten später steigt eins der Tiere wieder an Land. Und dreht sich um. Popo und Schwanz zu uns gewandt und Maul in Richtung Wasser. Als dort das zweite Tier erscheint, spritzt das erste ein Sekret oder die eigene Kacke um sich und verteilt sie wie bei einem Wassersprenger mit dem Schwanz. Und dann wirft es sich dem zweiten Tier entgegen, dass zu 80% dem Wasser entstiegen ist. Beide Tiere geben laute Grunzgeräusche von sich, reißen die Mäuler auf und stürzen sich aufeinander! Maul gegen Maul. Und drücken mit den 2.000 bis 3.000 kg Körpergewicht gegen einander. Immer wieder rutschen sie mit den Mäulern ab und verletzen sich dabei mit ihren riesigen Zähnen. 20 Minuten dauert das Schauspiel im Sonnenuntergang. Mal sind die Tiere tiefer im Wasser, mal ist das eine mit dem Rücken zum Land, mal das andere. Die Mäuler sind blutig. Und bei aller Faszination ist der Anblick auch schrecklich brutal. Schließlich tauchen beide in den Fluten ab. Und nur eins taucht am Ufer wieder auf und geht davon. War das der Verlierer? Bernhard vermutet, dass es um eine Nilpferd-Dame ging und später hören wir, dass die Nilpferdpopulation im Kruger in den letzten Jahren von 3.000 auf 7.000 Tiere gewachsen ist, da es seit Mitte der 90er Jahre keine großen Trockenphasen mehr gegeben hat. In diesem Jahr ist es allerdings so trocken, dass bereits viele dieser Dickhäuter verendet sind, die tagsüber zur Kühlung im Wasser liegen müssen und in der Nacht fressen. Da die Wege zum Gras nachts aber immer weiter werden, verenden viele Tiere auf dem Rückweg. Vielleicht ging es um das Revier.Was nun genau auf den Gewinner des Kampfes wartet, wissen wir nicht, fahren aber tief beeindruckt kurz vor Einbruch der Dunkelheit und Toresschluss aus dem Park. Hier stehen Securities mit Schäferhunden und durchsuchen alle Fahrzeuge nach Jagdtrophäen. Unsere Eindrücke und Fotos dürfen wir mitnehmen und fahren im afrikanischen Abendverkehr zur Chestnut Lodge zurück.

Tina verlinken 4.8.16 23:57, kommentieren

05.08.16 Letztes Fahrziel: Johannesburg

Bei unserem Frühstück in der strahlenden Sonne mit Blick über das Tal wird mir klar: Die heutige Fahrt nach Johannesburg ist ein ziemlich anstrengender Abschluss unserer Reise. Wir sind noch einmal 400 km unterwegs und hätten eigentlich hier am Kruger Park relaxed wie wir nun sind die Reise beenden sollen. Aber mich hat im Vorfeld wirklich interessiert, wie es sich in dieser größten und wohl kriminellsten Stadt Südafrikas anfühlt und wie in Soweto, dem South-West-Township, in dem das Wirken von Nelson Mandela vor seiner Inhaftierung und nachher begonnen hat.In Anbetracht der Fahrt und unserer vielen frühen Ausflüge, durch die wir die Natur genießen konnten, würde ich nun aber am liebsten vom Kruger direkt nach Hause fliegen. Und Bernhard sowieso. Tja, das ist der Nachteil eines pre-bookings.Wir steigen also ins Auto und Bernhard fährt uns auch heute sicher gen Johburg.Wir nehmen den Weg durch die Berge über Sabie und sehen daher auch noch den südlichen Teil der Panorama Route. Wir fahren über den höchsten oder zweit höchsten Pass von Südafrika (hier scheiden sich die Aussagen der Reiseführer), den Long Tom Pass mit 2.150 m am Mount Andersen entlang. Die rote Erde strahlt über das Land und die Weite fasziniert uns.Weiter nehmen wir die Strecke über Lydenburg und Dullstrom mit einem letzten Zwischenstopp bei "Harrie's Pancakes". Hier sind sehr viele südafrikanische Touristen, denn zum Wochenende kommt man hier zum Forellenfischen her. Überall sind kleine Teiche zu sehen und viele B&B Möglichkeiten liegen an der Straße.Darüber hinaus gibt es unendlich große Flächen Weide- und Ackerland, dessen Stroh hell-golden in der Sonne leuchtet. Kilometer für Kilometer. Wir fahren weitere 2 Stunden mit diesem Blick an Middelburg und Witbank vorbei über Pretoria nach Sandton, dem reichen Banken- und Geschäftsviertel, in dem wir wohnen werden. Die letzten 30 km über die 4-spurige Autobahn wollen allerdings kein Ende nehmen. Wir stehen im Freitagabend-Stau einer 4,5 Millionen Einwohner Stadt. Vor lauter Natur hatten wir daran nicht gedacht. Wir kommen also dann doch im Dunklen in unserem Business Hotel "Garden Court Sandton City", an: Ohne Lodge Charme, aber sicher für Weiße. Und weil hier eh alles so sicher ist, können wir auch zu einem letzten Dinner in die gegenüber liegende Michelangelo Mall gehen zum Inder RAJ!So, wie wir in Kapstadt angefangen haben, enden wir in Johburg: mit Dal und Kulfi. Lecker!

Tina verlinken 5.8.16 22:59, kommentieren

06.08.16 Johannesburg, Joburg, Jozi, Jo'anna und Soweto und dann über Amsterdam nach Hause

Auch an unserem letzten Tag müssen wir früh raus. Bis 8.30 Uhr sollten wir ausgechecked, unser Gepäck deponiert und gefrühstückt haben, denn um düse Zeit werden wir zu unserer Tour abgeholt.Das Frühstücksbüffet ist super, hat allerdings den Charme eines 500 Betten Hotels...Macht aber nix, denn mit deutscher Pünktlichkeit holt uns Hartmut von Touraco mit einem Kleinwagen vor dem Hotel ab. Wir haben heute eine Privatführung auf Deutsch, denn Hartmut und seine Frau Irene kommen aus Namibia und sind dort durch ihre Eltern und Großeltern mit der deutschen Sprache aufgewachsen. Hartmut hat in Johannesburg Telekommunikationswissenschaften studiert und als Ingenieur in diesem Bereich erst in Namibia und dann in Pretoria gearbeitet. Er war in der Branche im Management bis er die Nase voll davon hatte, dass Schwarze aufgrund der Quote den Weißen gegenüber bei der Vergabe von höheren Positionen immer bevorzugt wurden....So ist er in Touristik-Industrie gekommen. Er betreibt mit seiner Frau Irene ein Gästehaus im Osten von Pretoria. Die beiden planen als Agentur auch Touren für Selbstfahrer und Hartmut ist als Reiseführer mit kleinen Gruppen in ganz Afrika unterwegs.Heute fährt er zunächst mit uns nach Soweto. Wir bekommen die komplette Geschichte der Gründung von Joburg von der Farmer- zur Goldminen-Stadt, die Entwicklung der Apartheid und die Zeit bis zu den Wahlen in dieser Woche vermittelt. Hartmut weiß sehr viel und vermittelt uns dieses Wissen unablässig. Eine Redepause und etwas wirken lassen der Eindrücke wäre sicherlich noch schöner gewesen. Neben den Infos fehlte das Gefühl. Aber Soweto haben wir in allen Facetten durchfahren. Von den Wellblech-Slums bis zu den kleinen Villen, die es dort inzwischen gibt, denn in Soweto wohnen heute auch die meisten schwarzen Millionäre. Natürlich ist auch Platz für so viel Unterschiedlichkeit, denn in den vielen Vierteln von Soweto wohnen ca. 2,1 Millionen Menschen. Wie schon in Kapstadt ist es auch heute wieder erstaunlich, wie nah arm und reich nebeneinander liegen. Allen gleich ist, dass die den Strom der Straßenlaternen anzapfen, selbst wenn wenn ihr Haus am Stromnetz angeschlossen ist. Ist natürlich billiger. Wir kommen an den Häusern von Nelson Mandela und Desmond Tutu vorbei und auch das Haus von Winnie Madikizela-Mandela liegt in diesem Viertel von Soweto, Orlando. Von der dortigen Orlando Primary School gingen u.a. am 16. Juni 1976 die Protestmärsche der Schüler gegen die Einführung des Afrikaans aus, die als Sprache der Unterdrücker galt. Die total überforderte weiße Polizei schoss damals in die Menge und tötete u.a. damals den 12-jährigem Hector Peterson, dessen erschütterndes Foto um die Welt ging. Die Unruhe griffen auf ganz Südafrika über mit mehr als 550 Opfer und werden heute als Anfang vom Ende des Apartheidsregimes angesehen. Allerdings waren alle Staaten zunächst sehr zögerlich, Sanktionen gegen Südafrika zu verhängen, weil natürlich das Gold und die Diamanten, aber auch die Waffenindustrie sehr attraktiv waren. Wir sehen uns das Hector Peterson Museum an: Die Situation der schwarzen Arbeiter in der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts war unfassbar. Keinerlei Rechte, keine Bildung, kein Land in den Ballungszentren, aber begehrte Arbeitskräfte in den Minen.Die Weißen dagegen bedienen sich der billigen Arbeitskräfte. Wie heute in vielen Fällen auch, finden wir. Was Hartmut eben ein bisschen anders sieht.Was er allerdings immer wieder betont, sind die Errungenschaften von Nelson Mandel, der dem Land so fehle und der es vollbracht habe, die Weißen dazu bringen etwas abzugeben und die Schwarzen dazu, auch etwas zur Gemeinschaft beizutragen und eben nicht nur auf Staatskosten zu leben, wie es heute wieder sei.Spannend werden die Konsequenzen der aktuellen Komunalwahlergebnisse sein, denn der ANC habe erneut verloren und komme in Joburg auf keine 50% mehr. Vielleicht handele er ja jetzt gegen die eigene Korruption.Mit diesen Gedanken fahren wir nach Joburg Downtown. Hier ist alles etwas in die Jahre gekommen. Seit die Goldminen mehr oder weniger ausgebeutet sind und die Platinpreise seit 2010 in den Keller gefallen, stehen ganze Gebäudekomplexe leer und sind marode. Flüchtlinge vor allem aus Mosambik, aber auch aus anderen afrikanischen Ländern sind zu tausenden einfach in die Gebäude eingezogen. Ohne Zahlungen. In den letzten Jahren hat die Stadt nun versucht, ein paar Viertel zu sanieren und Investoren zu gewinnen. Auch Theater und Museen sind gefördert worden. Aber noch wirkt die Stadt in Teilen sehr herunter gekommen, wie wir auch gut vom 50sten Stock des Carlton Centres sehen können, angeblich dem höchsten Gebäude im südlichen Afrika. Die Stadt hat einfach die besten Zeiten hinter sich gelassen, denken wir, als wir über die Nelson Mandela Brücke fahren. Nur die reichen Viertel, in denen Mandela zuletzt als Präsident und später gewohnt hatte, ist wunderschön.Sandton ist ebenfalls "schön" und hat wohl die höchsten Quadratmeterpreise im südlichen Afrika, wirkt aber an einem Samstag etwas seelenlos und erinnert an das Bankenviertel in Frankfurt am Wochenende. So fällt unser Resümee, das wir nach unserem Abschied von Hartmut am Nelson Mandela Square sitzend ziehen, nicht besonders positiv aus. Diese Station hätten wir auslassen können. Haben wir aber nicht!Ein letztes Mal steigen wir in unser Auto und suchen uns den Weg zum O.R. Tambo International Airport, wo um 23.15 Uhr unser Flug zurück nach Amsterdam geht.Drei Wochen liegen hinter uns - die sich anfühlen wie vier verschiedene Urlaube: (1) Städtetouren mit historischen Daten und politischen Einschätzungen in Kapstadt und Joburg, (2) Strandurlaub in Wilderness, Knysna und Plettenberg und natürlich mit den Walen in De Kelders, (3) Roadtour durch die Drakensberge und auf der Panorama Route und (4) Tierbeobachtungen in Balule und im Kruger Park.Wir sind voller Eindrücke als wir in Amsterdam landen und zurück nach Köln fahren und diesen Block beenden.Vielen Dank für all Eure Kommentare und whatsapps auf unserem Weg durch Südafrika. Weiter geht's wenn es wieder mal heißt "up-and-away"!

1 Kommentar Tina verlinken 7.8.16 16:00, kommentieren