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Revival 2014: Kanadas Westküste mit dem Wohnmobil

Nach 3 Jahren wieder "on the road".....diesmal mit dem Wohnmobil von Vancouver über Vancouver Island und dann Richtung Norden nach Alberta. Gerade habe ich in einem Campmobil Guide gelesen, dass das für manche Touries "der kleine Ausstieg" ist. Für uns irgendwie auch - denn der "große Ausstieg" ist doch gar nicht so einfach..... Mal sehen, wie sich das anfühlt, wenn wir morgen von Amsterdam im Flieger sitzen. Vielleicht fängt der kleine Ausstieg ja auch schon damit an, dass wir kein Internet in der Wildnis haben werden und dieser Blog leer bleibt. Dann an dieser Stelle schon mal viele Grüße und das Versprechen, in drei Wochen eine Zusammenfassung zu schicken. Oder selbst das nicht? Das wäre dann ja schon "der große Ausstieg"! ;o)))

3 Kommentare up-and-away verlinken 5.7.14 14:34, kommentieren

Köln - Amsterdam - Vancouver: 22 Stunden vom Aufstehen zum Insbettgehen

Köln - Amsterdam - Vancouver: 22 Stunden vom Aufstehen zum Insbettgehen Wir haben es geschafft. Um 24.30 Uhr deutscher Zeit sind wir im Victorian Hotel in Vancouver angekommen: Sieht sehr nett aus, liegt mitten im Leben, nur wie sind etwas fertig, müssen aber noch durchhalten, da es hier erst 16 Uhr ist und wir uns an die Zeitumstellung gewöhnen müssen. Der Flug war kurzweilig Dank der gefühlten 100 Filme und dem Flug über den Nordpol mit den Gletschern und dem ewigen Eis bei strahlenden Sonnenschein. Bei der Landung dann allerdings Pfützen und alles grau...hm. Zum Glück müssen wir ungefähr eine Stunde in Schlangen vor der Einreisebehörde hin und her gehen, bis wir schließlich erzählen dürfen, was wir beruflich machen und warum wir denn überhaupt nach Kanada kommen. Vacation? Na dann: Enjoy! Das empfiehlt uns auch der indische Taxifahrer, der zu den Sighs gehört und uns in 30 Minuten zum Hotel bringt. Na gut, dann enjoyen wir mal und zwar bei inzwischen Sonnenschein und angenehmen 20 Grad. Wir wohnen direkt an Gastown und China Town und starten dort unseren Genuss. Die Steamclock gibt auch brav zur vollen Stunde ihr "DingDongDingDong - DongDingDingDong" von sich während die Kameras der Touries klacken. Unsere natürlich auch. Das soll nun in China Town anders werden: Weniger Touristen und bestimmt etwas Leckeres von einer Garküche - so der Plan. Der leider so gar nicht auf geht: Keine Garküchen, überhaupt wenig Chinesen, dafür richtig viele Obdachlose und Junkies - aber eben auch keine Touristen. Hm. Wir drehen unsere Runden durch das Viertel, aber hinter jeder Ecke das gleiche Bild. Wir geben also etwas enttäuscht auf und laufen zum Canada Place. Das Expogebäude mit den weißen Zeltdächer liegt in der Sonne und wir finden einen Platz in einem Restaurant am Pier des Convention Centre gegenüber mit Blick auf das gegenübergestellt de North Vancouver und die landenden Wasserflugzeuge: Auch ein schönes Verkehrsmittel! Das erste kanadische Bier schmeckt nach Urlaub und stimmt uns versöhnlich: Morgen werden wir Vancouver's beauty entdecken. No worries, wie wir bereits öfter gehört haben. Oder erleben wir doch heute bereits the sunny side...? Auf dem Weg zum Hotel kommen wir an der Gelatteria vorbei, die 2014 die World Championship aller Icecreams gewonnen hat....ja....schmeckt lecker, schmilzt nur leider schon in der Hand und nicht erst im Mund, stellen wir fest nachdem wir uns 45 Minuten angestellt haben und endlich unsere Waffel für je 8 kanadische Dollar in der Hand halten. Der Italiener an der Aachener Strasse in Braunsfeld bleibt trotzdem unser favourite schmunzeln wir und freuen uns auf das nächste Spagetthieis dort.

Tina verlinken 6.7.14 22:23, kommentieren

Vancouver: Downtown - Granville Island - University of British Columbia - Lookout

Vancouver muss doch auch andere Seiten haben....hat es auch: Wir finden Sie mit dem Hopp-on / Hopp-off Bus, der uns trotz Empfehlung des Reiseführers zunächst etwas Tourie-mäßig vorkommt, uns dann aber besser als Fahrräder ohne Radweg zur Robson Street, zum Stanley Park, zu den Beaches bringt und schließlich mit den integrierten Fährticket auf Granville Island absetzt. Dort snacken wir im market an einem der unzähligen Stände und setzen uns an den false creek und schauen auf das Treiben aus dem Wasser. Yacht-Ausflügler und Stehpaddler neben dem Pendelverkehr des Aquabus und den kleinen Fähren. Bei 25 Grad Celsius genießen wir diese Show mit Blick auf die Hochhauskulisse der Hauptinsel: Jedes spiegelt sich im Nachbarhaus und ist gleichzeitig dessen Spiegel. Bei Sonnenschein ein tolles Schauspiel. Für uns aber auch überraschend, denn in der Innenstadt gibt es wenig andere Architektur. Die von uns erwarteten Einfamilien-Holzhäuser finden wir erst außerhalb der Innenstadt als wir uns aufmachen zur University of British Columbia und dem Museum of Anthropology. Mit dem Bus ca. 35 Minuten außerhalb auf der anderen Seite der Bucht auf einem Hügel und mit traumhaftem Blick auf die Stadt liegt beides. Der Weg dorthin GRÜN. Und der Campus und das Museum auch: Beides liegt mitten im Grünen. Die riesigen Glasfassaden des Museums geben den Blick auf diese Vegetation frei und so scheinen die 5 bis 8 m hohem Totempfähle der First Nation, die Kanus und Skulpturen quasi im Freien zu stehen. Hell und luftig ist das Museum. Die Holzexponate sind ein schöner Gegensatz zur Musik, dem mp4 Videos und iPads, auf denen man junge Indianer beobachten kann, die die Rituale ihres Volkes fortführen und sich gleichzeitig in die moderne Welt integrieren. Nicht einfach. Aber spannend, wenn der ursprüngliche Tanz der First Nation zu Technomusik getanzt wird (electronicpowwow.com). Angebunden ist das Museum an das Institut für Anthropology an der UBC. Und so kann man in die Museumswerkstätten schauen und die Exponate, die gerade nicht ausgestellt werden an ihren Plätzen hinter Glas dennoch bewundern. Jeder Besucher macht sich so seine eigene kleine Ausstellung. Der Museumsdirektor lehrt auch an der UBC und die Studenten jobben im Museum. Das alles erfahren wir von der Assistentin des Direktors, die uns auf einen 12 Minuten Marsch vom Museum zur Bushaltestelle geleitet. Und sehen gleichzeitig einen Teil des riesigen Campus 20.000 bis 40.000 Studenten hat die Uni. Je nachdem wie man die Außenstellen und die unterschiedliche terms reinrechnet. Im Sommer ist eben nicht so viel los. Merken wir auch und steigen in den Bus, der uns zurück nach Downtown bringt. Hier haben wir uns ein letztes Highlight vorgenommen: der Vancouver Lookout. Ein 160 m hoher Aussichtsturm. Der 360 Grad Blick macht noch einmal deutlich: Vancouver liegt am Pacific und an den Rockies gleichzeitig. Diese Hochhäuser vor schneebedeckten Bergen und dem Blau des Ozeans ist schon ein besonderes Bild.

Tina verlinken 7.7.14 22:35, kommentieren

Alles XXL mit Fraserway und der deutschen Nationalmannschaft

Heute nun raus aus dem Hotel und rein in den Truck Camper. Wir werden um 8.15 Uhr von Fraserway, unserem Vermieter, vom Hotel abgeholt. Zusammen mit zwei weiteren deutschen und einem schweitzer Pärchen. Alles ist tipptopp organisiert: Während wir auf den Parkplatz mit geschätzten 100 Campern fahren, wird jedem von uns die Parkplatznummer zugewiesen, zu der wir unser Gepäck bringen sollen, um den Camper zu übernehmen. Wir haben die 4 und stehen vor einem riesigen Ford Pickup (was sonst😇 mit Campingaufsatz..... uns bleibt ein bisschen die Spucke weg, denn mit so einem Monstrum hatten wir nicht gerechnet, als wir den kleinsten Camper bestellt haben: 7,50m lang und 3,70m hoch, wie sich später heraus stellt. Außerdem mit slide out seitlich, so dass wir im Stand ca. 50 cm in der Breite gewinnen und eine Essecke. Das hatten wir mir Sicherheit nicht bestellt - aber als Upgrade dazu bekommen. Wir wissen nicht, ob wir uns beklagen oder freuen sollen, denn die Größe kommt uns schon "bedenklich" vor. Aber nachdem die Papiere fertig sind, gibt uns der Holländer JJ eine Einführung in unseren nagelneuen Camper, der bisher nur 43 km gefahren ist: Heißwasser, Rolläden, Außendusche, Campingstühle, Satelitenradio mit CD im Pick up und im Camper, Toilettenpapierrolle, Axt zum Holzhacken, Mückengaze vor jedem Fenster, Kühlschrank mit Eisfach (größer als unserer Zuhause), Toaster, Wäscheleine, Arbeitshandschuhe, neben Bettdecke auch Zusatzdecke, und -handtücher, 80 Liter Frischwasser und ebenso viel Volumen für grey Abwasser und black für die Toilette, dann Batterie und 2 Gastanks.....unglaublich. Jetzt müssen wir uns nur noch merken, in welcher Reihenfolge das Abwassser abgepumpt wird und wie der Strom in die Steckdose kommt, das Wasser in den Tank und welche Leuchtanzeige uns dann worüber Auskunft gibt. Alles ist XXL!! Wir räumen dann erst mal ein bei 28 Grad C und nehmen dann gerne die Einladung der deutsche Mitarbeiterinnen von Fraserway an, uns zum Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft zu Ihnen in den Shop zu setzen neben einlagivem Toilettenpapier für Camper und Teddy-Schwarzbären in Pullover mit Ahornblatt. Bei allen anderen Pärchen haben sich die Damen durchgesetzt und die Herren auf die Road getrieben. Ich konnte mich nicht durchsetzen...😜 Nein, bin natürlich selber gespannt auf das Spiel der Deutschen gegen Brasilien. Und das passt dann zu unserem Tag: ein XXL Ergebnis. 7:1 für die Deutschen.....ich rutsche ziemlich tief in das Sofa. Die armen Brasilianer....im eigenen Land...mit Neymar und Thiago Silvo wäre das nicht passiert...
Nach dieser Aufregung erscheint der Camper plötzlich possible to handle - jedenfalls für Bernhard. Ich stelle mich als Fahrerin hinten an. Wir nehmen trotzdem noch ein Navi mit, denn wenden und kleine Sträßchen fahren möchten wir trotzdem nicht.
Die ersten 35 km bringen uns nach Tsawwassen. Dort geht es auf die BC Ferries nach Vancouver Island. Zum Glück ist hier alles auf Camper ausgerichtet und das Einfahren geht sehr gut. Während der 1,5 stündige. Überfahrt geht's rauf auf's Deck. Blitzeblauer Himmel, T-Shirt Wetterund im Hintergrund die schneebedeckten Rockies. Dann die Einfahrt in die Fjorde rund um die Insel: Alles steht voller grüner Nadelbäume. Felsküste mit Häuschen wie in Schweden und Sandstrände ziehen vorbei: Wir relaxen bis uns die Schiffssirene aus den Träumen reißt, um vor jeder Biegung ein Signal zu setzen. Wir landen gegen 18 Uhr in Swartz Bay und machen uns auf zum ersten Campground in der Nähe von Victoria. Wir haben uns für den Goldstream Provincial Park entschieden. Und nachdem wir den Hinweisschildern zweimal in Stichstraßen mit dead end gefolgt sind, stehen wir beim dritten Mal wirklich vor dem Gate des Nationalparks. Und einen freien Platz gibt es auch noch - ohne Reservation, die der Reiseführer uns ans Herz gelegt hatte. Doch bevor wir unseren Platz aufsuchen, muss noch der erste Einkauf erledigt werden. Denn Restaurants findet man auf den Campsites meist keine. Also nochmal zurück gesetzt (langsam klappt es richtig gut mit dem Monstrum) und ab zum letzten XXL Erlebnis des Tages: Einkaufen bei WALMART: Von der Grillkohle über Unterhosen, Spiderman-Spiele und Fertigteig bis zum Salat und
Alufolie gibt es ALLES! Wir entscheiden und für erste und letzte und eine Nahrungsmittelgrundausstattung sowie kanadisches Bier aus dem Liquor Store, denn wenn wir schon im Hinblick auf Wasser, Abwasser und Strom schon unabhängig sind, soll uns der leere Kühlschrank nicht bremsen.
Wir schieben also einen XXL Einkaufswagen zum Camper, verladen alles und machen uns auf zum letzten Erlebnis des Tages: unserem Platz Nr 128 auf dem Campground und dem ersten BBQ!
Gegen 21.30 Uhr sitzen wir dann an unserem Außentisch, die Steaks sind fast gelungen (morgen kaufen wir ein Grillrost, mit dem wir näher ans Feuer kommen) und genießen die Stille, den Geruch des alten Baumbestandes und die Tatsache, dass wir nun tatsächlich on the road in Canada sind.

1 Kommentar Tina verlinken 8.7.14 23:39, kommentieren

Victoria auf Vancouver Island und für die argentinische Nationalmannschaft

Unser erstes Camper Frühstück mit Filterkaffee, gekochten Eiern und gedecktem Tisch draußen fällt etwas länger aus, denn die Begeisterung ist groß: Blauer Himmel, 20 Grad am Morgen, wunderschöner alter Riesenbaumbestand, jeder Platz für Wohnmobil oder RV, wie es hier heißt, sehr groß und mit Kies sauber und ordentlich hergerichtet und dann unser Camper mit der Vollausstattung: Wer bisher mit der Rolle aus Küchenchef(in) Zuhause Probleme hatte, für den bringt dieser Camper mit der Vollausstattung die Wende. Nie war die Rolle in der Küche so schön! Als wir um 11.20 Uhr losfahren lesen wir auf unserem Ticket für den Campground, dass wir schon um 11 Uhr hätten weg sein müssen.....but no worries..... Wir fahren nach Victoria, das einen wunderbaren Yacht-Hafen mit angrenzendem Hotel und Government Building im Kolonialstil. Nach der erfolgreichen Parkplatzsuche ( Darf man dieses Monstrum hier wirklich abstellen? Wir machen vorsichtshalber noch ein Foto - vielleicht ja das letzte 😈 Im Visitors Office zählt für uns dann nur eine Information: Wo wird das Halbfinale Holland gegen Argentinien gezeigt? Im "sticky wicket", einem riesigen Pup, mit ca. 10 TV Screens und einer 3m x 5m Leinwand. Hier also erleben wir den Sieg der Argentinier im Elfmeter-Schießen. Verdient habe sie es! Finden wir und viele der anwesenden Kanadier, Italiener und Deutsche auch. Nur die holländischen Fans in ihren Orangen T-Shirts gucken etwas sparsam und sind sich damit mit dem Kellner einig. Wir verlassen den Pub nach knapp 3 Stunden und würden sicherlich zum Finale wieder kommen, denn die Stimmung ist worldchampionship like. "Leider" müssen wir weiter.... Der Tag ist allerdings gar nicht mehr so lang und so schaffen wir es nur noch nach Sandville, an der Nordküste und nicht mehr nach Tolfino in den Süden, was eigentlich mal der Plan war. Die Insel ist doch größer als gedacht... viel größer....der Reiseführer belehrt uns, dass sie so groß ist, wie ein europäisches Land... aha!!!! Der von uns angepeilte Campingplatz am Wasser ist leider schon besetzt. Wir nehmen also den second best und finden uns dicht gedrängt mit vielen anderen auf einem Platz, auf dem Feuermachen verboten ist. Dafür haben wir zum ersten Mal die Füße im Pacific. Und am nächsten Morgen die Möglichkeit unseren full hook zu nutzen: Wir lassen unser Abwasser ab, tanken Frischwasser und ziehen das Stromkabel wieder raus. Und das alles direkt an unserem Platz. Das ist Campen in Canada! Den Tipp, uns für die Südküste einen Platz zu reservieren bekommen wir gratis dazu. Schließlich ist Hauptsaison und das Wochenende in Sicht. Telefonisch ergattern wir also einen Platz auf einem der begehrten Plätze am Pacific Rim Nationalpark. Die nächsten beiden Tage können also kommen.

Tina verlinken 9.7.14 23:43, kommentieren

Quer durch Vancouver Island: Großartig!👍👏👌

170 km stehen für heute an und diesmal sind wir schon um 8 Uhr unterwegs. Wir schrauben uns hoch in die Berge, begegnen riesigen Holztransportern und immer wenn wir gerade nicht damit rechnen, tut sich der Ausblick auf einen riesigen See vor uns auf. Dagegen sind Rursee und Bodensee sehr übersichtlich. Wir halten schließlich auf einem Parkplatz in der Nähe des Steaton Lake, wo ein Ranger uns den Weg zum See weist: "Straight ahead - it's less than 10 minutes!" Ok! Wir machen uns also auf durch dichten Wald mit uralten Bäumen, komplett von Flechten bewachsen und treffen auf einen Bach, der uns den Weg zum See weist. Außer uns ist weit und breit niemand zu sehen. Nur das Plätschern des Baches ist zu hören im tiefen Grün des verwunschenen Waldes. Doch gerade als ich mich ins Gebüsch schlagen will, um meine Blase zu entlasten, biegt links ein kleiner Pfad ab. 10 m weiter steht ein Toilettenhäuschen mit Plumsklo und Toilettenpapier....alles sauber....vielleicht kommen hier doch noch andere Besucher hin? Weitere 5 Minuten weiter stehen wir am Ufer des Sees. Er ist riesig und drum herum erheben sich ca. 1000 m hohe Berge mit Nadelwäldern. Der Strand besteht aus ganz kleinen Steinchen. Das Wasser ist absolut klar angenehm warm. Kein Wunder bei ca. 25 Grad Celsius. Ein Traum! Es ist niemand außer uns zu sehen.... Erst als wir am Strand entlang um eine Ecke biegen, sehen wir einen jungen Mann, der im hohen Bogen in den See pinkelt. Die große Freiheit in Kanada!👍 10 Minuten später rauscht ein Motorboot mitten über den See. Ein einziges auf vielen Kilometer Wasser. Unglaublich für deutsche Verhältnisse.... Wir spazieren durch den Wald zurück. Unterwegs liegt mein Pullover auf einem Baumstamm. Den hatte ich wohl vor lauter Überraschung über das Toilettenhäuschen dort liegen lassen. Mutet seltsam an, so mitten im Wald. Zurück am Parkplatz ist auch der junge Mann in einem Camper zu sehen, der neben unseren parkt. Wir grinsen und fahren weiter. Die Straße hat immer mal wieder 9 oder 13% Gefälle: "Check your breaks!" ist daher der Rat auf Schildern vor einer Abfahrt. Immer wieder fahren wir an Seen oder reißenden Flüssen entlang. Bis wir schließlich in Gesellschaft von 5 anderen Autos an einer Stelle halten, an der wir bis an den Fluß heran klettern können. Das Wasser rauscht vorbei in einem Wasserfall vorbei, bleibt aber in Teilen unterhalb des Falls in einem Becken stehen. Hier können wir die Füße ins eiskalte Wasser halten. Herrlich bei den Außentemperaturen. Als wir wieder den Flusslauf hoch klettern sehen wir wieder den jungen Mann. Er versucht sich an einem selfie vor dem Wasserfall. Bernhard unterstützt ihn bei dieser nicht ganz einfachen Aufgabe und es stellt sich heraus, dass der junge Mann ein Münchner ist, der 3 Jahre in Vancouver gearbeitet hat und nun ein Jahr durch Kanada und die USA reist. Auf Vancouver Island war er vorher noch nicht und ist ebenso begeistert wie wir es sind. Wir verabschieden uns und fahren weiter gen Süden. Ca. 20 km vor unserem Ziel zieht plötzlich Nebel auf und es wird merklich kühler. Die Sicht liegt bei 20 m. Wir lernen aus dem Reiseführer, dass es hier im Nationalpark einen Regenwald gibt. Im Nebel erreichen wir unseren Campingplatz CRYSTAL COVE direkt am Beach einige Kilometer vor Tolfino - von dem allerdings absolut nichts zu sehen ist. Dafür ist der Platz besonders gepflegt und das Office geschmackvoll gestaltet. U.a. mit einem Ein-Frau-Starbucks. Wir genehmigen uns dort erst mal einen Capuccino und verputzen jeweils einen Spezialbrownie: Delicious! Anschließend lassen wir uns einen Anbieter für Whalewatching Touren empfehlen und hacken eine Runde Feuerholz, das in der Platzmiete inbegriffen ist, denn hier sind Feuerstellen vorgesehen - neben dem üblichen Tisch und den Bänken. Wir bringen das Holz mit einem einen Karren zu unserem Platz und holen dann den Camper. Bernhard, der die ganze Strecke gefahren ist, legt sich erst mal ein bisschen hin und ich gehe trotz des Nebels an den Strand. Dort liegen viele Baumstämme, auf denen man prima sitzen kann und beobachten, wie Stehpaddler im Nichts verschwinden....wie wohl der Pacific aussieht? Das erfahre ich gut 1,5 Stunden später. Der Nebel hat sich komplett verzogen. Der Himmel ist strahlend blau, keine Wolke und die Wellen glitzern in der Sonne. Wer hätte das gedacht! Ich hole Bernhard ab und wir fahren nach Tolfino. Natürlich immer mit dem Monstrum. Aber damit sind wir hier in guter Gesellschaft. Es gibt genügend Parkplätze für RVs und wir laufen durch den Ort bis zum Whale Centre. Hier gibt es ein kleines Museum mit Informationen über Wale und der Wirbelsäule eines Grauwals. Außerdem bietet das Centre Whalewatching und Bearwatching Touren an. Genau das, wonach wir suchen. Die Waltour buchen wir für den nächsten Tag um 17 Uhr und hoffen auf schönes Licht. Und die Bären gibt es nur an diesen Tagen nur morgens um 7 Uhr, weil dann Ebbe ist und die Tiere nur dann zu sehen. Na gut, dann müssen wir am Samstag eben früh aufstehen. Zwei Nächte auf dem Campingplatz haben wir sowieso schon fest gemacht. Dorthin zieht es uns dann auch zum Grillen und anschließendem "Schweber-Sonnenuntergang" am Pacific: Herrlich!

Tina verlinken 10.7.14 23:19, kommentieren

Zwei Grauwale und ein Buckelwal 🐳🐳🐋

Am Morgen ist der Himmel immer noch blau ohne eine Wolke. Am Vormittag sind es bereits 25 Grad Celsius und da wir bis 11 Uhr den Stellplatz auf dem Campingplatz räumen müssen und erst um 13 Uhr auf einem anderen Platz wieder einchecken können, nutzen wir die Chance und fahren zum Longbeach. Hier sind einige Surfer (Wellenreiter) unterwegs, denn gerade ist Flut und die Wellen laufen auf den Strand. Wir suchen uns einen Platz auf großen Treibholzstämmen, die im hellen Sand liegen und ich mache einen langen Spaziergang am und im kalten Wasser. Die Sonne knallt und bevor wir einen Sonnenstich bekommen, treten wir den Rückweg zu unserem Campingplatz an: einfach ein bisschen abhängen und uns mental auf die Wale vorbereiten....4 Um 16.30 Uhr sind wir dann am Whale Centre zum Einkleiden. Wir bekommen jeweils einen roten Vollanzug mit integrierter Schwimmweste verpasst und watscheln im Gänsemarsch zum Hafen hinunter: 5 Erwachsene und 4 Kinder sind wir und bekommen auf dem kurzen Stück schon fast einen Hitzeschlag, obwohl wir die Oberteile der Anzüge noch nicht übergestreift haben und die Beine noch aufgerollt. So sind wir auch nicht wirklich begeistert, als uns unser Kapitän und Führer Howie uns auf dem kleinen 10 Personenboot begrüßt und uns bittet die Anzüge komplett anzuziehen. Wirklich? Howie, offensichtlich ein Nachkomme der First Nation nickt und zieht selber seinen Anzug komplett an: Na, der wird es wissen..... Und richtig, wir sind noch nicht ganz aus dem Hafen raus, da nimmt Howie auch schon Fahrt auf und ich klammere mich mit einer Hand an der Reeling fest und mit der anderen ziehe ich tatsächlich auch noch die Kaputze des Anzugs über: Der Fahrtwind ist eisekalt. Wir rasen um die kleinen vorgelagerten Inseln und durch die Fjorde bis zu einer großen Bucht. Dort macht Howie den Motor plötzlich aus und während wir uns noch wundern, ist vor uns schon der Blas eines 10 m großen Grauwals zu sehen, wie uns Howie erklärt. Der Rücken kommt aus dem Wasser und nun wird deutlich WIE groß 10 m sind... Der Wal schwimmt vor uns hin und her. Und ist nicht allein: Ein ca. 8 m "kleiner" Wal ist ebenfalls zu sehen. Immer wieder kommen beide Tiere an die Wasseroberfläche bis sie nach einer viertel Stunde plötzlich nicht mehr zu sehen sind. Howie wirft den Motor wieder an: Er hat über Funk die Information bekommen, dass ein weiterer Wal gesehen wurde. Wir rasen mit dem 7 m "Bötchen" raus aus der Bucht und auf eine Insel zu. Hier drosselt Howie das Tempo und wir sehen Seeotter und Seehunde in der Abendsonne liegen oder relaxed auf dem Rücken schwimmend in der Abendsonne. Doch auch hier dreht Howie ab und gibt Vollgas raus auf den Pacific. Die Wellen kommen uns riesig vor, während wir mit unserem Bötchen hoch klettern und dann oft wieder runter krachen: Der Rücken freut sich! Wer sich allerdings richtig freut sind die Kids an Board. Sie jauchzen und singen. Ich überlege zwischendurch, ob es Howie es wirklich im Griff hat, denn es sieht so aus, als führe er geradewegs raus auf den Ozean mit dieser Nussschale. Es ist eisig kalt durch den Fahrtwind. Die Insel ist Meilen weit weg und vor uns nichts als Wasser. Als plötzlich vor uns die Flosse eines riesigen Wales aus dem Wasser auftaucht: Ein Buckelwal (humpbackwhale) freut sich Howie. Ca. 20 m lang. Wahrscheinlich kommt er von Hawai hoch. Und ehe wir alle Infos verarbeitet haben, springt der Wal hoch aus dem Wasser. Ein Wahnsinnsbild. Wir sehen die Brust mit den Hautfalten bevor der Wal dann seitlich ins Wasser zurück fällt. Wow!!! Die nächsten 30 Minuten begleiten wir den Wal. Immer wieder sehen wir den Blas und die Rückenflosse, die im Abendlicht glänzt. Er ist unheimlich schnell und plötzlich taucht er nicht mehr seitlich von uns auf, sondern vor uns und schraubt sich wieder aus dem Wasser. Wahnsinn! Ich denke vor lauter Überraschung gar nicht ans Fotografieren und Bernhards Kamera fällt beinahe einer Welle zum Opfer, die sich von vorne über das Boot ergießt: Scheinbar hat Howie sich auch vom Walsprung ablenken lassen. Er lächelt jedenfalls übers ganze Gesicht. Und uns geht es nicht anders. Als wir schließlich abdrehen und nach Hause fahren wollen, wendet der Wal ebenfalls und taucht nochmal auf. Er scheint uns nicht gehen lassen zu wollen, meint Howie. Schließlich sind wir dann aber doch alleine auf dem Rückweg und nach 2,5 Stunden laufen wir mit den letzten Sonnenstrahlen, eisekalt, aber glücklich im Hafen von Tolfino ein. Ein tolles Erlebnis! Von dem uns unter anderem ein verwackeltes Foto des Walsprungs bleibt - Dank Bernhard!

Tina verlinken 11.7.14 23:52, kommentieren