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Welcome to California!

Nach 11 Stunden Flug fühlt sich der Körper und der Geist trotz A380 und zu zweit in einer Dreierreihe doch an wie 2 Tage Party - im Alter von 40! Der Sonnenschein, der uns begrüßt ist Fluch und Segen... Ebenso wie die bunten mit Musik unterlegten Videos, in denen wir von Menschen aller Hautfarben und Ethnien fröhlich willkommen geheißen werden. Mit dem Ziel, uns an die Inspektorenschalter zu führen, an die wir einzeln treten müssen (schließlich sind wird nicht verheiratet) und die Abdrücke aller 10 Finger abgeben, uns fotografieren lassen und persönliche Fragen beantworten: How much cash do you have with you? If this lady is not your wife - is she your boss? For what company is she working? And you? Anschließend empfangen uns dann die Drogenhunde am Gepäckband: WELCOME! Der schwarze Taxifahrer dagegen debattiert mit uns über Bayern München und Sankt Pauli: Er kennt sich deutlich besser aus. Aber kein Wunder. Das sei California ! Different from the other states because of high education and new ideas. Oracle, Google, Apple: California is the place to be! Und moderne Hybrid Autos fährt man natürlich hier auch. Aus Asien. FORD sei ja eher auf dem absteigenden Ast....;-) Im Hotel, 10 Meter von den Cable Cars und 50 Meter vom Eingang zu China Town werden wir dann ebenfalls herzlich begrüßt. Nur die Betten sind noch nicht fertig...aber chinesische Läden und Imbisse sind ein echter Ersatz!! Welcome to Califonia!

2 Kommentare Tina verlinken 10.10.11 14:53, kommentieren

San Fran and the mist

Breakfast with ketchup, sales @ American Eagle, Chucks: 43 Dollar und das alles am Sonntag.
Kaum zu fassen nach einer weiteren durchwachten Nacht. Jet Lack läßt grüßen. Aber bei strahlendem Sonnenschein über den Union Square, Marketstreet, vorbei an der City Hall, über Hayes Street nach Alamo Square mit Blick über die komplette Stadt: im Vordergrund historische Häuschen, im Hintergrund die moderne Skyline läßt uns munter bleiben.
Alles ist total relaxed! Die Stadt ist entspannt und entspannt uns - nicht nur durch den Geruch von dope in der Haight Street, dem ehemaligen Zentrum der Blumenkinder.
Weiter mit dem Bus, einen der 43 Hügel rauf zum Golden Gate Park. Und als wir überlegen, wo wir aussteigen, mischt sich James ein: dunkelhäutig, Mitte 30 - in akzentfreiem Deutsch. 3 Jahre Gymnasium in Kaiserslautern. Wenn wir zum de Young Museum möchten, sollten wir einfach mit ihm aussteigen. That's easy!
Wir quatschen noch ein bisschen und steigen dann mit ihm aus: Danke schön!
Auf dem Weg zum Museum stehen wir plötzlich mitten im Freiluftkonzert der SF Blaskapelle, die einen Song von Miles Davis zum Besten gibt: Wirklich relaxed! Aber das ist noch zu toppen: Wir treffen James wieder, der inmitten von 30 anderen total unterschiedlich gekleideten, unterschiedlich alten, unterschiedlich talentierten und geübten Menschen bei lauter Swing Musik das Tanzbein schwingt: Schwarze, neben Asiaten, Schwule neben Weißen in Sportklamotten und Damen in Kleidchen neben Herren mit Krawatten. Jeder tanzt mit jedem: no partner needed. Sunday dance in Park!
Wir sind begeistert, bis mich James schließlich zum Tanzen auffordert: Swing??? Ich gebe mein Bestes und werde zum Picture Point .... Ralf hat Spaß!
Schließlich verabschieden wir uns von James, überlegen, ob wir abends zum Konzert seiner Blues Band gehen sollen und steigen wieder in den Bus. Ziel: Golden Gate Bridge. Als wir ankommen, ist leider der San Fran mist aufgezogen: Keine Brücke weit und breit. Dafür eine Werbeveranstaltung der American Navy am Ufer der Bay: come and join us! Nein Danke! Aber ein Bier trinken wir trotzdem mit den guys. Natürlich hinter einem Abtrennzaun: no alcohol in public areas! Auch ok! Als dann aber plötzlich der Nebel steigt, können wir kaum über den Zaun schauen, um Fotos zu machen. Fotos oder Bier!! Zum Glück ist dann doch Beides ist möglich: Der Nebel kommt nicht zurück und wir erleben eine traumhafte Abendstimmung an der Bay.

2 Kommentare Tina verlinken 11.10.11 02:05, kommentieren

Mist turns into rain: Shit!

Mit dem Sonnenbrand von gestern auf der Nase planen wir heute einen Ausflug zum "rock" - Alcatraz, dem Gefängnis für Schwerverbrecher in den 1930er Jahren: Wir haben die Sonnenbrile in der Tasche als wir zur Insel übersetzen. Leider umsonst: Der Nebel ist heute kein Nebel, sondern verwandelt sich in Regen und wir verstehen, was es heisst, wenn in der Audiotour beschrieben wird, dass die Gefangenen insbesondere in den Isolierzellen die Feuchtigkeit spüren konnten und die Dunkelheit fürchteten...es ist kalt in den 1,50 x 2,70 m großen Zellen... Was uns bei diesem Ausflug erheitert ist allein die Tatsache, dass in der Schlange zur Fähre hinter uns ein entfernter Kollege von Ralf steht: Schöne neue kleine Welt! Auch der Rest des Tages bleibt nass. Wir fahren Cable Car und schauen uns das Museum und die power station dieses moving monuments an: Faszinierend! Ein umgekehrter Skilift: Ein Kabel, was ständig läuft und an das sich die Bahnen hängen oder eben ausklinken - eingelassen in der Strasse.

5 Kommentare Tina verlinken 11.10.11 02:38, kommentieren

Yosemite

Von San Fran nach Yosemite sind es nur 230 Meilen und doch liegt eine Welt zwischen der pulsierenden Stadt und den stillen Wäldern, majestätischen Bergen, plätschernden Bächen und gigantischen Sequoia Bäumen. Der Weg ist eigentlich ganz einfach, wenn man das richtige Auto hat: Wir hatten einen Ford Crown Vic. Die Begeisterung ist entsprechend....Aber Mustangs waren alle schon verliehen. So hatten wir wenigsten konstant ein Thema!;-) Abgelöst wurde es allerdings von den herrlichen Ausblicken und der Wanderung zu ein paar Wasserfällen: Alles unendlich groß. Und so ist ein Tag sehr knapp, trotz aufstehen um 5: Mit Wandern und Ansel Adams Gallery anschauen, Vista points und die ganze Tiogra Road bis raus aus dem Park und zum Mono Lake. Erst hier holt uns "die Realität" wieder ein: Wir sind mitten im Nichts, nicht einmal in der Natur und haben unser erstes Motel bezogen. Der Crown Vic steht vor der Tür und wir überlegen, wie wir uns warm halten können unter der dünnen bunt geblümten Decke. Und dabei war die Nacht im Park bei 5 Grad schon knackig. Aber wir haben ja genug Gepäck im Auto. Und geniessen erst einmal den Aufgang des Vollmonds über dem See....

2 Kommentare Tina verlinken 13.10.11 04:38, kommentieren

Durch Death Valley nach Vegas: von 3000 m auf minus 80 m

Nach einer eiskalten Nacht kommen wir beim wärmenden Frühstückskaffee mit der Besitzerin des Motels ins Gespräch: Wir seien mit die letzten Gäste, denn Ende der Woche werden sie das Motel schließen und den Winter in San Diego verbringen. Schließlich sei in der letzten Woche der Tiogra Pass schon für 3 Tage gesperrt gewesen: Schneesturm und mehr als 30 cm Neuschnee. Ob wir die Reste nicht gesehen hätten? Doch haben wir! Und uns darüber gewundert, als wir bei 25 Grad Celsius am Sandstrand des kristallklaren Tenaya Lakes auf knapp 3000 m gesessen haben. Mit Blick auf Schneefelder! Es wird also nicht nur Winter in Großlöderich, Köln, Hamburg und Salzburg, sondern auch in California. Aber noch nicht überall. So hoffen wir und machen uns auf den Weg. Mit Blick auf die schneebedeckte Sierra verlassen wir Lee Vining. Vorbei an schroffen Felsen und unendlich weiten Steppen, die immer grüner werden. Laubbäume tauchen wieder auf, allerdings in leuchtendem Gelb! Auch hier ist Herbst. Wir sehen viele schwarze Rinder und einige wenige Cowboys, die entlang der Herden reiten. Maximal alle 80 km ein Ort: 2 Tankstellen, 5 Fastfood Delis, 100 Häuser und 3 Läden, in denen es Cowboyhütte, mit Pailletten besetzte Damenoberteile und Holzpistolen gibt: Wir nähern uns Nevada! Auf dem Weg ins Death Valley schrauben wir uns zunächst noch einmal auf über 1500 m hoch und rauschen dann ins Tal. Es wird immer heißer. Die Temperaturen klettern auf über 35 Grad Celsius. Es ist Nachmittag bei unserer Einfahrt ins Tal. In der Rangerstation, in der wir unsere Nationalpark Fee entrichten, sind Feuerwaffen verboten.... Vorbei an Sanddünen nehmen wir die Straße nach Badwater, dem tiefsten Punkt der USA: 80 Meter unter dem Meeresspiegel liegt ein See aus trockenem Salz und leuchtet inmitten der roten Felsen. Alles ist riesig. Etwas unwirklich und sehr beeindruckend. Die untergehende Sonne lässt die Felsen in den unterschiedlichen Rottönen glühen: Die beste Tageszeit, um die Schönheit der Landschaft zu geniessen. Reiseführer und Ranger hatten Recht! Auch mit dem Hinweis, dass die Einfahrt nach Vegas in der Dunkelheit besonders imposant ist. Es ist schwarze Nacht als wir aus den Bergen, die zwischen dem Todestal und der Spielerstadt liegen zum ersten Mal einen Blick auf das Lichtermeer der Stadt werfen: Welcome to Las Vegas! Nach 3 Tagen in absoluter Ruhe und beeindruckender Natur in die hell erleuchtete Spielerstadt einzufahren ist zumindest für mich eine Überforderung. Wir nehmen "den Strip" und schieben uns mit vielen anderen vorbei an den bekanntesten Spielcasinos: Luxor, Bellagio, Caesar's Palace, Mirage, Richtung Stratosphere Tower. Eine Leuchtreklame ist größer als die andere: Casinos, Shows, Burger, Pizza. Willkommen im Wahnsinn. Mit einigen Stretchlimos schieben wir uns die Einfahrten der großen Casinos hoch: How much is a Room? Wir entscheiden uns fürs Mirage. Das Bellagio übersteigt leider unser Budget. Schon der Weg zu den Zimmern ist total verrückt: Mitten durchs Casino führt er uns. Links und rechts Automaten, dann Tische: Blackjack, Roulette, Würfel, dahinter Poker. Und das alles relativ schwach beleuchtet, dafür auf 17 Grad Celsius runter gekühlt. Wir schleppen unsere Koffer an hunderten von Menschen vorbei...ich kann es nicht fassen....das also ist Gambling in Vegas.

1 Kommentar Tina verlinken 15.10.11 22:49, kommentieren

Vegas XXL

Tag oder Nacht? Das kann man in Vegas nicht so genau sagen, es sei denn, man verlässt das Casino... Das ist aber nicht nötig, denn dort hat man sein Zimmer, es gibt mehrere Burger Delis, viele Geschäfte, ein SPA mit Massage, einen riesigen Pool (der ist dann allerdings draussen), die Wedding Chapel und alles ist um das Casino herum angelegt, so dass man also stets durchlaufen muss. Es gibt keine Fenster - ausser in den Hotelzimmern - und die Beleuchtung ist immer die gleiche. Ebenso die Temperatur. Uhren gibt keine und alle Shops und Bars sind durchgehen geöffnet: 27/7 Nur das Personal wechselt. Manchmal aber die Gäste nicht: Wir sehen die gleichen Spieler nachts auf unserem Weg ins Bett und morgens auf dem Weg zum Frühstück. Wir machen den Fehler und verlassen das Mirage, um Caesar's Palace und das Bellagio auch noch von innen anzuschauen. Alle haben das gleiche Konzept. Und jedes Hotel hat weit über 1000 Zimmer. Es ist voll in Vegas! Auch auf dem Strip: Alte, Junge, top gekleidete, in Sportsachen steckende, Dünne, Dicke (vor allem Dicke) schieben sich an den Casinos vorbei oder dort hinein. Alle sind hochsommerlich gekleidet (draussen sind 40 Grad), und gehen genau so in die 17 Grad kalten Casinos: Mir wird schon beim Hinschauen kalt. Und so bin ich wohl die einzige Frau in Vegas, die geschlossene Schuhe und eine lange Hose trägt. Und im Casino einen hoch geschlossenen Pullover. Aber so komme ich konstant mit dem Casino-Personal ins Gespräch bzw. sie mit mir: Ob mir kalt sei? Die meisten waren schon einmal in Deutschland: Bavaria is so beautiful! Ja, Yosemite aber auch! Well, aber zum Wandern in den deutschen Bergen muss man noch fit sein. In Yosemite kann man auch mit dem Rollstuhl und dem Auto zu allen Aussichtspunkten gelangen! Ja, das ist wohl der Unterschied.... Trotz warmer Kleidung bleibt die Erkältung nicht aus: Vielleicht ist der Trick doch das Sommerkleidchen? Und das bei jeder, also wirklich JEDER Figur!! Mein Lieblingspot im Radio wirbt dafür, dass Eltern nicht so viel Limo, sondern lieber Wasser trinken sollen, das habe keine Kalorien und so könne man als role model für die kids fungieren... ach so. Schwierig nur, wenn es ständig Coke, aber kaum Wasser gibt. Coke dann aber diet, dafür XXL und nur einmal zahlen, aber unendlich refill! Alles etwas crazy! Auch das gambling: Abends ist der mindest Einsatz am billigsten Tisch 15 Dollar pro Spiel. Die Runde Blackjack dauert 10 Sekunden... Wir entscheiden uns für eine andere Investition: Einen Besuch im Cirque du Soleil!! Unglaublich schöne Kostüme, riesige Bühnenbilder auf denen parallel so viele Szenen entstehen, dass man oft gar nicht alles verfolgen kann. Die Bühne ist ein Pool mit ca. 30 Meter Durchmesser, in dem der Boden ganz oder teilweise nach oben gefahren wird. So entstehteine Welt unter und über Wasser...die Akrobaten tauchen ein, tauchen ganz woanders wieder auf, auch plötzlich in der Luft. Aus einer Höhe von ca. 50 Metern stürzen sie sich dann in das Becken, das gerade noch der Boden war. Faszinierend! Phantasiereich, spannend. Und wieder total überdimensioniert: Live is XXL in Vegas!

Tina verlinken 16.10.11 16:47, kommentieren

Grand Canyon, Lake Mead und Hoover Dam mit dem Helicopter

Von Las Vegas aus auch noch den Grand Canyon sehen: Mit dem Auto weitere 2000 km hin und zurück. Mit dem Helicopter: 1,5 Stunden inkl. Landung im westlichen Canyon und Überwindung der Flugangst... Helicopter???? Helicopter!!! Eine tolle Erfahrung! Start in Boulder City, ca. 20 Meilen südlich von Vegas. Einchecken in den Heli bedeutet auch "einwiegen". Der Heli muss austariert sein und so werden die 7 Plätze (3 neben dem Piloten) und 4 in der zweiten Reihe nach Gewicht vergeben. Angesichts des Durchschnittsgewichts der Amerikaner in Vegas sicherlich verständlich. Und trotzdem schwer vorstellbar....beim Einchecken?? Und schon stehen wir auf das Waage: Die Bodenplatte vor dem Schalter ist eine Waage, die ihr Ergebnis alleine dem Personal hinter dem Schalter verrät...zum Glück!;-) Wir dürfen auf jeden Fall mitfliegen! Ben, unser Pilot, weist uns ein und schon sitzen wir im Heli mit 4 Russinnen. Schwimmweste umbinden, Hosenträgergurte um, Motor an: Die Rotorblätter machen einen wahnsinnigen Lärm und wir setzen die Kopfhörer auf: kurze Sprechprobe mit den Microphonen und schon hebt Ben uns in die Luft. Senkrecht in die Höhe. Dann dreht er den Heli ganz langsam um die eigene Achse, wie auf einem Teller. Kippt ihn anschließend etwas nach vorne und nimmt Tempo auf. Ein unglaubliches Gefühl: Aufregend und viel "näher" als im Flugzeug. Es fühlt sich "direkter" an. Ich habe etwas verschwitzte Hände... Keine 10 Minuten später sind wir über Lake Mead und dem Hoover Dam: Einer der größten Stauseen der USA, der den Colorado River staut. Mehr als 650 Quadratkilometer Wasserfläche liegen unter uns. Faszinierend. Hier ein Boot... Und schon geht es weiter Richtung Canyon: Wir sehen die schroffe Kante der North Rim und haben sie sogleich überflogen. Unser Blick fällt 4000 Fuß in die Tiefe: Wieder sehen wir den Colorado, wie er sich durch den Canyon windet. Es ist Spätnachmittag und die Sonne lässt die Gesteinschichten des Canyon glühen. Wir landen. Es ist ganz still. Bis auf die Hubschrauber, die ab und zu landen oder starten und schnell wieder verschwunden sind. Wir lassen unseren Blick die steilen Felswände hinauf wandern: 1600 Meter. Zu beiden Seiten. Gewaltig! Mir ist etwas demütig zu Mute. Angesichts der vielen tausend Jahre Entstehungsgeschichte um mich herum. Und angesichts des überstandenen Helifluges...ein Glas Sekt möchte ich trotzdem nicht riskieren. Nach 15 Minuten müssen wir auch schon wieder los. Ben hat einen strammen Zeitplan. Und fliegt uns zu den Klängen von Top Gun in den Sonnenuntergang zurück. Wir waren kurz in Arizona, konnten bis Utah und Californien schauen und sind nun auf dem Rückweg nach Nevada. Über die Indianerreservate hinweg, denn den Ureinwohnern gehört das Territorium des Canyon bis heute. Wir landen in den letzten Momenten des Tages und bedanken uns bei Ben für einen absolut ruhigen und kontrollierten Flug. Mit trockenen Händen bei der Rückkehr.

2 Kommentare Tina verlinken 17.10.11 06:03, kommentieren